Zu fröhliche Fotos: Krankengeld wegen Facebook gestrichen
zuletzt aktualisiert: 21.11.2009 - 21:40Montréal (RPO). Eine Kanadierin hat sich den Zorn ihrer Krankenkasse zugezogen, weil sie gut gelaunte Fotos von sich auf dem Online-Portal Facebook veröffentlicht hat. Sie war wegen Depressionen krank geschrieben. Nun wurde ihr das Krankengeld gestrichen.
Mit Verweis auf die Fotos, die sie lachend am Strand, bei ihrer Geburtstagsfeier und bei einer Männer-Striptease-Show zeigen, habe die Versicherung ihr mitgeteilt, dass sie auch arbeiten gehen könne, sagte Nathalie Blanchard dem kanadischen Fernsehsender CBC.
Die 29-Jährige war vor mehr als einem Jahr wegen schwerer Depressionen krankgeschrieben worden.
Die Versicherung erklärte gegenüber dem Fernsehsender, dass sie die Zuschüsse nicht allein wegen der Fotos bei Facebook gestrichen habe. Sie nutze das Internet aber, um sich über ihre Kunden zu informieren.
So zweifelhaft das Verhalten der Kasse auch zu bewerten sein mag, zeigt der Fall eindrücklich, dass Internet-Nutzer nicht leichtfertig persönliche Daten im Netz offenbaren sollten. In einem ähnlichen Fall in Großbritannien wurden Mitarbeiter eines Krankenhauses arbeitsrechtlich abgemahnt, weil sie ebenfalls problematische Fotos veröffentlicht hatten.
Die Angestellten hatten sich während eines Nachtdienstes liegend an verschiedenen Orten des Krankenhauses fotografiert, um sich am Lying-Down-Hype bei Facebook zu beteiligen. In dieser Foto-Gruppe legen sich Menschen an ungewöhnlichen Orten auf den Boden und veröffentlichen Bilder davon bei Facebook.
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