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Diese Katze macht im Netz Furore: "Longcat": Ein Internet-Phänomen

zuletzt aktualisiert: 30.09.2009 - 08:37

Düsseldorf (RPO). Eins steht fest: Diese Katze ist laaaang. Seit Jahren geistert das Bild der „Longcat“ durch das Netz. Es gibt abenteuerliche Geschichten über sie, Fotomontagen, T-Shirts und krude Prophezeiungen. Sie beflügelt die Fantasie der User. Momentan setzt sie zu einem neuen Höhenflug an. Ein typisches Beispiel für einen Internet-Hype, ein sogenanntes „Mem“.

Das Foto der außergewöhnlich langen, weißen Katze tauchte irgendwann in den Weiten des Internets auf. Im echten Leben heißt sie angeblich Shiroi, das bedeutet „weiß“ auf Japanisch. Doch im Netz kennt man sie vor allem als „Longcat“. Das Bild war offenbar so kurios, dass amüsierte Internetnutzer es eifrig weiterleiteten und in Foren posteten – meist versehen mit dem Hinweis „Longcat is looong“, „Longcat ist laaang.“ Das Foto wurde ein Phänomen.

Nach und nach strickten ironische Zeitgenossen eine Art Legende um die lange Katze. Wie lang das Tier wirklich sei, könne man nicht genau sagen, aber sie werde auf 10000 Fuß (mehr als 3000 Meter) geschätzt, erklärt die Seite WhatPort80.com augenzwinkernd. Sie liefert auch gleich einen grafischen Größenvergleich mit Eiffelturm und Empire State Building, den die Katze natürlich deutlich für sich entscheidet. Teils wird die Longcat als eine Art Messias beschrieben. Andere prophezeien gar, am Tag der Apokalypse werde Longcat sich eine epische Schlacht mit ihrem schwarzen Gegenstück „Tacgnol“ (Longcat rückwärts) liefern – der Fantasie sind offenbar keine Grenzen gesetzt.

Verbreitung durch Schneeballsystem

Die Longcat ist ein typisches Internet-Phänomen, ein sogenanntes Mem. Jede mögliche Form von Internet-Content kann zu einem Mem werden: Fotos, Videos, Flash-Animationen, Audiobeiträge, Blogs. Ihre Gemeinsamkeit ist, dass sie plötzlich und vor allem durch das Internet eine enorme Popularität erlangen. Irgendjemand wird auf den Inhalt aufmerksam, schickt den Link an Freunde und Bekannte, diese leiten den Verweis weiter – eine Art Schneeballsystem kommt in Gang. Häufig wird davon gesprochen, dass die Inhalte sich im Netz "fortpflanzen".

Eine große Rolle spielen dabei Foren, Soziale Netzwerke wie Facebook und Seiten wie Youtube oder MySpace. Manche Inhalte gelangen so zu einer regelrechten Netz-Karriere, was sich insbesondere im sprunghaften Anstieg entsprechender Suchanfragen bei Google und Co niederschlägt.

Die Werbeindustrie versucht, dieses Phänomen für ihre Kunden zu nutzen. So werden beispielsweise Werbespots als Spaßvideos „getarnt“ und kostengünstig über Internet-Plattformen verbreitet. Im Idealfall sorgen die Surfer selbst dafür, den Clip bekannt zu machen. Diese Strategie wird „virales Marketing“ genannt.

Manche Meme sind extrem kurzlebig, stehen nur einige Tage auf den Spitzenplätzen der Suchmaschinen-Rankings, um danach wieder abzutauchen. Andere sind so erfolgreich, dass sie über viele Jahre im Netz kursieren und immer wieder gesucht werden. Die Longcat zum Beispiel wird laut Google Insights seit 2007 (mit leichten Schwankungen) durchgehend häufig in die Suchmaschine eingegeben – für das schnelllebige Internet eine sehr lange Zeit. Gerade setzt sie zu einem neuen Höhenflug an, im Vergleich zum Vormonat stieg die Anzahl der Nachfragen im September deutlich. Mittlerweile gibt es mit KnowYourMeme.com sogar eine Internetseite, die eine Datenbank mit Informationen zu bekannten Memen aufbaut.

Absurde Katzensprache

Wo die Longcat zum ersten Mal auftauchte, kann – so ist das im Internet – nur schwer nachvollzogen werden. Häufig wird eines der großen Internet-Foren 2channel und 4chan als Ursprung des Phänomens genannt. Einen schon allein phonetisch verwandten Vorläufer hat die Longcat mit den sogenannten „Lolcats“. „LOL“ steht in der Internet-Sprache für „Loughing Out Loud“, zu Deutsch: laut lachend. Unter dem zusammengesetzten Begriff versteht die Internet-Community niedliche Katzenbilder, die mit absurden Sprüchen und möglichst vielen Grammatikfehlern versehen und dann im Netz verbreitet werden.

Mit einem Augenzwinkern bemühen manche Internetnutzer auch ein Zitat von Albert Einstein, um der Longcat eine deutliche längere Geschichte zuzuschreiben. Der Physiker wurde einst gebeten, die Funktionsweise des Radios zu beschreiben – und bemühte einen Katzen-Vergleich: „Sehen Sie, der Kabel-Telegraph ist eine Art sehr, sehr lange Katze. Sie ziehen ihr in New York am Schwanz und sie miaut in Los Angeles. Radio funktioniert genauso: Sie senden hier ein Signal, und es wird dort empfangen. Der einzige Unterschied ist, dass es keine Katze gibt.“

Quelle: RPO/tim

 
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