Verkauf der Nutzerdaten: Nach Protesten lenkt StudiVZ ein
zuletzt aktualisiert: 15.12.2007 - 14:18Düsseldorf (RPO). Die Betreiber der Studentencommunity StudiVZ wollten zum Januar 2008 ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen ändern und damit die Daten ihrer Nutzer an interessierte Unternehmen verkaufen. Nach den massiven Protesten lenkt das Unternehmen nun ein.
Die Änderung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen sollte dem Unternehmen neue Einnahmequellen eröffnen. Das Geschäft mit Werbemails - es boomt im Netz, daran wollte StudiVZ teilhaben. User sollten Werbung erhalten, die genau auf sie zugeschnitten ist: je nach Geschmack und Vorliebe, ganz so, wie es dem Profil des jeweiligen Nutzers entspricht. Doch damit ist nun wieder Schluss.
Gestern abend gegen halb zehn erreichte StudiVZ-Nutzer eine Mail der Zentrale, in der es abermals um die Änderungen der Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) geht. Und in der kritisierten Passage zu den Datenschutzbedingungen steht nun explizit: "Eine Weitergabe der Daten an Dritte zu kommerziellen und/oder gewerblichen Zwecken findet nicht statt". Zudem verzichtet das Portal in der Zukunft auf SMS- und Messengerwerbung.
Des Weiteren war kritisiert worden, dass StudiVZ sich die Weiterverwertung der Nutzerdaten auch nach dem Austritt und der Exmatrikulation vorbehalten wollte. Auch das geschieht nun nicht: Die persönlichen Daten werden nun gelöscht, heißt es in den AGB.
Doch trotz dieses Zurückruderns warnen Datenschützer vor dem allzu freizügigen Umgang mit persönlichen Daten insbesondere bei Community-Plattformen wie StudiVZ. Die NRW-Verbraucherzentrale empfiehlt den Nutzern die Einrichtung einer E-Mailadresse, die ausschließlich für dieses Portal genutzt werde. Auch mit der Angabe von Handynummern solle man vorsichtig sein, um einen Missbrauch vorzubeugen.
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