| 07.49 Uhr

Protestaktion auf Facebook
Busen gegen Hasskommentare

Grafik
Düsseldorf. Taucht auf einem Foto auf Facebook eine nackte Frauenbrust auf, sperrt das Netzwerk den Beitrag sehr schnell. Hasserfüllte Kommentare, etwa gegen Flüchtlinge, lässt Facebook stehen. Ein Fotograf protestiert dagegen jetzt sehr offensiv.

Die Welle, die der Berliner Olli Waldhauer mit seinem Foto ausgelöst hat, konnte er sich selbst wohl nicht vorstellen. "Eine dieser Personen verstößt gegen die Regeln von Facebook", heißt es auf dem massenhaft verbreiteten Bild. Daneben zu sehen: Eine barbusige Frau und ein junger Mann mit Seitenscheitel. Auf seinem Schild zu lesen: "Kauft nicht bei Kanaken!"

Wahnsinn was aus einem kleinen Bild alles werden kann. Danke euch allen! Immer dran denken #NippelStattHetze !

Posted by Olli Waldhauer on  Donnerstag, 29. Oktober 2015

Unter dem Hashtag #NippelstattHetze offenbart Waldhauer auf sehr simple Art und Weise das Problem, vor dem Facebook steht, und schon viele Male (auch von der Bundesregierung) kritisiert wurde: Während die Regeln bei Nacktheit in dem sozialen Netzwerk sehr streng sind, werden Hasskommentare häufig nicht gesperrt, weil sie laut Facebook nicht gegen die Gemeinschaftsstandards verstoßen.

Entsprechend umgedreht läuft es bei Nacktheit. So verwundert es nicht, dass einige Nutzer nach dem Teilen des Fotos von Facebook gesperrt werden - wegen eines Verstoßes gegen die Gemeinschaftsstandards.

Auch unser Beitrag auf Facebook zu diesem Thema wurde zwei Mal innerhalb weniger Minuten gelöscht. Nur durch eine Bearbeitung des Fotos können wir den Beitrag über die Aktion trotzdem verbreiten. Viele andere Medien beteiligen sich ebenfalls an der Aktion, und auch Promis wie 1LIVE-Moderator Simon Beeck oder Fernseh-Moderator Micky Beisenherz:

das Original wurde wegen Nacktheit gemeldet. Ich denke, so ist es okay für Facebook. #nippelstatthetze

Posted by Micky Beisenherz on  Donnerstag, 29. Oktober 2015

Liebe Leserinnen und Leser,
Ihre Meinung zu RP Online ist uns wichtig. Anders als sonst bei uns üblich gibt es allerdings an dieser Stelle keine Möglichkeit, Kommentare zu hinterlassen. Zu unserer Berichterstattung über die Flüchtlingskrise haben wir zuletzt derart viele beleidigende und zum Teil aggressive Einsendungen bekommen, dass eine konstruktive Diskussion kaum noch möglich ist. Wir haben die Kommentar-Funktion bei diesen Themen daher vorübergehend abgeschaltet. Selbstverständlich können Sie uns trotzdem Ihre Meinung sagen – per Facebook oder per E-Mail.

(hebu)
Diskussion
Das Kommentarforum zu diesem Artikel ist geschlossen.