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Insider: Zur IFA im September geht es los
Netflix startet bald auch in Deutschland

"House of Cards" geht in die zweite Runde
"House of Cards" geht in die zweite Runde FOTO: ap
Düsseldorf. Über 44 Millionen Abonnenten hat der US-Streamingdienst Netflix weltweit. Schon bald sollen noch ein paar dazukommen. Unter anderem in Deutschland. Noch in diesem Jahr will Netflix - bekannt für seine Eigenproduktion "House of Cards" - hierzulande an den Start gehen. Von Christoph Schroeter

Auf 57 Millionen, so schätzen Experten, dürfte der Kundenstamm von Netflix bis zum Ende des Jahres angewachsen sein. Dazu dürfte der für das zweite Halbjahr geplante große Markteintritt in Europa sorgen. Analysten sehen besonders großes Potenzial in Frankreich und in Deutschland.

Im September soll es hierzulande soweit sein, munkeln Experten. Das würde Sinn machen, dann findet in Berlin die IFA statt, eine gute Plattform, um den Start in Deutschland groß zu feiern. 

Laut "Wall Street Journal" ist Netflix in Verhandlungen mit den großen Studios für Lizenzen, um deren Filme und Serien in Europa ausstrahlen zu dürfen. Während es in Frankreich noch einige rechtliche Hürden zu umschiffen gilt, sieht das Unternehmen in Deutschland wohl selbst gute Voraussetzungen.

Netflix tut sich bislang im Ausland schwer, Gewinne zu machen. Hierzulande hofft man das jedoch ändern zu können. Schließlich besitzt Deutschland den viertgrößten Breitbandmarkt der Welt und die Kundschaft weiß es zu schätzen, wenn Kinofilme schnell als Video on demand verfügbar sind. Offiziell will man sich bei Netflix noch nicht zu den Plänen äußern.

US-Serien in Deutschland gucken - so geht's FOTO: dpa, Monique Wüstenhagen

Die Europa-Zentrale in Amsterdam ist derwil jedoch fleißig auf der Suche nach Mitarbeitern fürs Marketing. Der Start soll von einer großen Werbekampagne begleitet werden. Schließlich treffen die Amerikaner hier auf einen Markt, auf dem sich bereits einige Player tummeln. 

Die größten Anbieter hierzulande im Streamingmarkt sind derzeit Watchever, Amazon Instant Video, Maxdome und Sky. 

Firmenchef Reed Hastings und ein Partner hatten Netflix 1997 gegründet. In Zeiten langsamer Internetverbindungen spielte der Verleih von DVDs per Post eine große Rolle. Der wahre Durchbruch gelang aber mit dem sogenannten Streaming, bei dem Videoinhalte direkt aus dem Netz abgespielt werden.

Netflix mischte damit den US-Fernsehmarkt auf und heimste zuletzt mit Eigenproduktionen Preise ein. Von Netflix produzierte Serien sind "House of Cards" über Intrigen in Washington oder "Orange is the New Black" über ein Frauengefängnis.

Von den mehr als 44 Millionen Mitgliedern kommen gut 33 Millionen aus den USA. Der Rest verteilt sich auf Kanada, Lateinamerika und die ersten europäischen Länder. Das sind im Einzelnen Großbritannien, Irland sowie Finnland, Dänemark, Schweden und Norwegen. Auf dem Heimatmarkt gehören der Bezahlsender HBO ("Game of Thrones") und das Streaming-Portal Hulu zu den größten Rivalen.

   Im vergangenen Jahr konnte Netflix dank eines kräftigen Zustroms an Nutzern seinen Umsatz um 21 Prozent auf 4,4 Milliarden Dollar (3,2 Mrd Euro) steigern. Der Gewinn war mit 112 Millionen Dollar fast sieben Mal so hoch wie im Vorjahr. 

(csr)
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