Internet-Muffel: Reich-Ranicki lässt surfen
zuletzt aktualisiert: 11.05.2008 - 14:20Berlin (RPO). Marcel Reich-Ranicki ist ein Internet-Muffel. Der Literaturkritiker lehnt das World Wide Web als Kommunikationsmöglichkeit ab, geht auch selbst nicht ins Internet. Lässt aber andere dies für ihn tun. Zum Beispiel seine Sekretärin. Oder eine "junge Frau", die seine Internet-Seite betreut.
"Wenn ich etwas aus dem Internet benötige, lasse ich es von meiner Sekretärin heraussuchen. Selbst gehe ich nicht ins Internet", sagte der 87-jährige Publizist der "Berliner Morgenpost". Seine eigene Seite reich-ranicki.com habe er noch nicht einmal gesehen, fügte der charismatische Literaturkritiker hinzu. "Ich habe mit dieser Website gar nichts zu tun. Die hat eine junge Frau namens Nevin Polat gemacht."
Er kenne deshalb auch nicht die zahlreichen Laienkritiken, die auf den Portalen der Online-Buchhändler stehen. "Mein Lieber, seien Sie mir nicht böse: Davon verstehe ich gar nichts", sagte der 87-Jährige an den Interviewer gewandt. Seriöse Literaturkritik gebe es in der Regel in der Zeitung, manchmal auch im Hörfunk und selten im Fernsehen. "Prinzipiell ist sie aber nicht an ein bestimmtes Medium gebunden", betonte der Publizist.
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