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Safer Internet Day
5 Tipps für sicheres Surfen, die Ihnen auch nicht weiterhelfen

Safer Internet Day: Fünf Sicherheitsmythen, die keine sind
Der Safer Internet Day findet seit 2008 jährlich statt. (Symbolbild) FOTO: dpa, av
Düsseldorf. Mit dem  Safer Internet Day soll auf die Gefahren beim Surfen im Netz hingewiesen werden. Das ist bestimmt sinnvoll - und sei es nur, um mit ein paar Mythen aufzuräumen, die über sicheres Surfen im Netz kursieren. Hier sind die fünf unsinnigsten.  Von Sebastian Esch

Sinnvolle Tipps für mehr Sicherheit im Netz findet man mit wenig Mühe: Starke Passwörter benutzen, unseriöse Webseiten meiden und am besten keine Dateianhänge von Mails aus dubioser Quelle öffnen. Darüber hinaus geistern aber auch andere Verhaltenstipps durchs Netz: Manches davon ist bei weitem nicht so wirkungsvoll wie landläufig angenommen. Und manches gehört einfach ins Reich der Mythen und Legenden. Hier eine Übersicht.

  • Der Inkognito-Modus Auch wenn es im Namen enthalten ist: Wer den Inkognito-Modus benutzt, ist keineswegs unsichtbar im Internet unterwegs. Ein Klick auf unseriöse Websiten kann genauso große Folgen haben wie beim normalen Stöbern. Das unsichtbare Surfen sorgt nur dafür, dass im eigenen Browser kein Verlauf erstellt wird. Digitale Spuren hinterlässt der Benutzer trotzdem.
  • Der AGB-Trick Seit Jahren wird auf Facebook ein Statusbeitrag weiterverbreitet, den vermutlich ein Nutzer selbst erfunden hat. Dieser beschwert sich in seinem Post über die geänderten Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) bei Facebook und widerspricht diesen ausdrücklich. Nette Idee, aber komplett unwirksam. Kein Teilen, "gefällt mir"-Klicken oder Verfassen solcher Beiträge kann Nutzer von den Facebook-AGB entbinden. Das gilt natürlich auch für alle anderen Geschäftsbedingungen jenseits der sozialen Medien.

Die Purna Yoga Schule widerspricht hiermit den neuen AGB's von Facebook.com Siehe Foto!

Posted by Purna Yoga Schule on Samstag, 29. November 2014

 

  • Der Kamera-Sticker Viele Menschen verdecken aus Angst vor Spionage ihre Laptop-Kamera mit einem Aufkleber. Eigentlich eine gute Idee, die Lösung ist aber inkonsequent: Ein Hacker muss gar nicht erst über die Laptop-Kamera gehen. Im Zeitalter von Selfies und Instagram ist das Handy eine wesentlich sinnvollere und leichtere Anlaufstelle. Und die Handy-Kamera haben die wenigsten Menschen abgeklebt.
  • Der "Views are my own"-Passus Auf Twitter fügen vor allem in den USA viele Benutzer den Satz "views are my own ("meine eigene Ansicht")" in ihr Profil oder ihre Kurznachrichten ein. So wollen sie verhindern, dass sie für kritische Nachrichten rechtlich belangt oder beispielsweise vom Arbeitgeber gefeuert werden. Kurioserweise gibt es sogar Unternehmen, die ihre Arbeitnehmer dazu auffordern, einen solchen Haftungsausschluss im Profil einzufügen. Das ist natürlich Unsinn. Wer schon einmal die Länge eines legitimen Haftungsausschlusses gesehen hat, weiß, dass vier Worte nicht ausreichen, um sich rechtlich abzusichern.

 

  • Anti-Viren-Programme Natürlich kann ein Anti-Viren-Programm nicht schaden. Viele Nutzer halten die Software allerdings für eine Universalwaffe gegen jegliche Bedrohung. Das ist nicht der Fall! Virenscanner sind mehr wie die  Sicherheitskleidung beim Motorradfahren: Sie hilft beim Aufprall, aber nur bedingt - auch wenn das Programm nach einem Viren-Scan in grüner Schrift etwas anderes behauptet. Keine Anwendung schützt vor allen Gefahren. 

 

 
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