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Wilde Trockentaucher und Möwenattacken
So verrückt ist Google Street View

Schräge Bilder bei Google Street View
Schräge Bilder bei Google Street View FOTO: ddp
Düsseldorf (RPO). In Sizilien läuft ein Mann mit drei Beinen herum, in Oxford wird ein unschuldiges Einfamilienhaus von einem riesigen Hai angegriffen, in Brighton der Betrachter fast von einer Möwe attackiert. Was ist hier los, werden Sie fragen? Alles halb so wild, die Szenen gehören zu lustigen Fundstücken bei Google Street View.

Lustig ist auch eine Szene aus Schweden. Als der Google-Wagen in Bergen durch die Rudgeveien fährt, sitzen am Straßenrand zwei Taucher in voller Ausrüstung in der prallen Sonne. Lange bleiben sie dort aber nicht sitzen...

Google Street View ist eine Erweiterung von Google Maps, die es ermöglicht, virtuelle durch die Straßen einer Stadt zu laufen und sich dort Häuser, Parks oder Geschäfte aus der Nähe anzuschauen.

Dazu fahren Autos mit speziellen Kameras auf dem Dach die Städte ab und nehmen alles um sich herum auf. Das ruft, besonders in Deutschland, viele Kritiker auf den Plan, die ihre Privatsphäre verletzt sehen. Durch einen Automatismus macht Google Gesichter und Autokennzeichen angeblich unkenntlich. Kritiker monieren: Das klappt nicht immer.

Hitzige Diskussion in Deutschland

Daten- und Verbraucherschützer machen darauf aufmerksam, dass jeder bei Google Widerspruch einlegen kann, wenn er nicht möchte, dass sein Haus, sein Fahrzeug nebst Nummernschild, seine Kinder oder sich selbst im Internet zu erkennen sind.

Stehen entsprechende Bilder bereits im Netz, müsse Google beanstandete Aufnahmen unkenntlich machen, also schwärzen respektive entfernen, erklärt die Rechtschutzversicherung Arag. Möglich sei auch, vorsorglich Widerspruch einzureichen, damit erst gar keine Aufnahmen veröffentlicht werden könnten, rät das Bundesverbraucherministerium.

Experten streiten über Persönlichkeitsrechte

Der Rechtsinformatiker Nikolaus Forgo bescheinigt den dreidimensionalen Panorama-Bildern weder aus Sicht des Daten- noch Persönlichkeitsschutzes Unbedenklichkeit. Forgo wies auf einer Veranstaltung des Internet-Riesen in Berlin unter anderem darauf hin, dass die Bilder nicht in Echtzeit ins Internet gestellt werden sollen.

Das Fazit seiner Beurteilung von Google Street View lautete, dass der Dienst "datenschutzrechtlich unbedenklich" ist. "Eine Verletzung des Allgemeinen Persönlichkeitsrecht kann nur für den einzelnen Fall untersucht werden, ist jedoch in der Regel unwahrscheinlich", sagte der Gutachter.

Eine ernste Debatte. Andere Zeitgenossen nehmen die Google-Überwachung indes mit Humor. Ein paar der sogenannten Ostereier soll Google auch selbst versteckt haben. Ob das auch hierzulande der Fall ist, bleibt abzuwarten. Wegen zahlreicher Bedenken ist der Dienst hier noch nicht gestartet.

(csr/csi)
 
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