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Stiftung Warentest: Soziale Netzwerke schützen Daten nur mangelhaft

zuletzt aktualisiert: 25.03.2010 - 11:58

Berlin (RPO). Kontaktnetzwerke im Internet wie Facebook oder MySpace haben nach Angaben der Stiftung Warentest häufig gravierende Mängel beim Datenschutz und der Sicherheit der Daten von Nutzern.

Bei acht von zehn getesteten der sogenannten sozialen Netzwerke seien "deutliche" oder "erhebliche" Schwachstellen festgestellt worden, berichtet die Stiftung Warentest in der aktuellen Ausgabe ihrer Zeitschrift "Test". Besonders schlecht kamen demnach Anbieter aus dem Ausland weg.

Hubertus Primus, Bereichsleiter Publikation von Stiftung Warentest, mahnte die Internetnutzer zu Vorsicht beim Einstellen von Daten in sozialen Netzwerken. Die beste Bewertung erhielten die Netzwerke "SchülerVZ" und "StudiVZ". Beide bekamen bei der Beachtung von Verfügungs- und Nutzerrechten sogar ein "sehr gut". Hierbei ging es darum, ob der Nutzer Eigentümer seiner Daten bleibt, oder ob Verwertungsrechte an Anbieter übergehen. Außerdem wurde untersucht, wie Persönlichkeitsrechte beachtet werden, zum Beispiel bei der Verlinkung mit anderen Portalen oder beim Recht auf das eigene Bild.

Die großen US-Anbieter wie Facebook oder MySpace schnitten bei der Untersuchung am schlechtesten ab. Diese schränkten die Rechte ihrer Nutzer erheblich ein, räumten sich selbst aber umfassende Rechte bei der Verwertung der Daten der Anwender ein, vor allem bei der Weitergabe der privaten Angaben etwa an Unternehmen. Das Berufsnetzwerk "LinkedIn" ging noch weiter. Eine Klausel lautet: "LinkedIn kann die Vereinbarung mit oder ohne Grund, jederzeit mit oder ohne Mitteilung kündigen." Primus sagte dazu: "Weiter kann man es kaum fassen."

Auch um die Sicherheit der Daten der Nutzer der Online-Plattformen sei es mitunter schlecht bestellt, teilte die Stiftung Warentest mit. "Wo das Einloggen in die Netzwerke mit dem Handy möglich war, fiel auf, dass Nutzername und Passwort unverschlüsselt übertragen wurden", sagte Primus. Diese Sicherheitslücke müsse geschlossen werden. Er forderte eine Stärkung des Bundesverbands der Verbraucherzentralen. "Ihm sollte eine Verbandsklage eingeräumt werden, um die Rechte für den einzelnen Nutzer, der überfordert ist, bei den großen Netzwerken einzuklagen", sagte er.

Die zentrale Rolle falle aber weiterhin dem Nutzer zu. "Jeder Verbraucher ist sein eigener Datenschützer", sagte Primus. Was einmal ins Internet gestellt worden sei, bleibe oft auch nach dem Löschen erhalten. "Das Internet vergisst nichts", sagte Primus. Deshalb sei es ratsam, sich gut zu überlegen, was man den Netzwerken anvertraut, oder eventuell auf ein Pseudonym zurückzugreifen.

Die Experten der Stiftung betätigten sich für die Untersuchung mit der Erlaubnis der Netzwerke als Hacker. Sie stellten fest, dass sie "mit relativ einfachen Mitteln", teils nur wenige Tage gebraucht, bis sie "jedes beliebige Nutzerkonto" mit einfachen Schritten hätten übernehmen können. Facebook, Myspace, LinkedIn und Xing verweigerten die Kooperation mit Stiftung Warentest und erhielten deshalb ein "mangelhaft" bei der Datensicherheit wegen fehlender Transparenz.

Die sogenannten sozialen Netzwerke im Internet erfahren seit Jahren einen hohen Zulauf. Internet-Nutzer könnten dort Kontakte knüpfen und pflegen sowie Inhalte wie etwa Texte oder Fotos untereinander austauschen.

Quelle: AFP/csr

 
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