| 11.33 Uhr

"Respekt, Spreadshirt"
T-Shirt-Händler boykottiert Pegida-T-Shirt

Spreadshirt: T-Shirt-Online-Händler boykottiert Pegida-T-Shirt
Dieses Foto stellte Kerstin Bergel bei Facebook ein, um ihren Ärger über Spreadshirt Luft zu machen: Der Händler wollte ein Shirt mit der Aufschrift "I ❤ Pegida" nicht drucken. FOTO: Facebook-Gruppe Mein Deutschland in Bildern
Düsseldorf . Der Online-Händler Spreadshirt hat den Auftrag einer Kundin abgelehnt, ein "I ❤ Pegida"-Shirt zu drucken. Weil die Kundin daraufhin im Netz einen Protest auslösen wollte, ist die Reaktion des T-Shirt-Händlers an die Öffentlichkeit gekommen. Doch statt Ärger gibt es für Spreadshirt viel Lob und Anerkennung. Von Daniel Fiene

Kerstin Bergel ist sauer. Eigentlich wollte sie sich ein T-Shirt mit dem Aufdruck "I ❤ Pegida" beim Online-T-Shirt-Händler Spreadshirt drucken lassen. Doch statt eines T-Shirts, bekam sie nur eine Abfuhr. Verärgert fragte sie beim Kundenservice nach und bekam diese ungewöhnliche Antwort: 

Hallo Kerstin, vielen Dank für Deine E-Mail. Das, was PEGIDA vertritt, gilt in unseren Augen nicht als Meinung, sondern als rassistische, diskriminierende und menschenverachtende Äußerungen. Wir haben uns aus ethischen Gründen darum entschieden, den Namen dieser lächerlichen Vereinigung nicht zu drucken. Ich hoffe, Du erkennst irgendwann, dass Du zusammen mit Nazis auf die Straße gehst. Viele Grüße Michaela Spreadshirt Legal Service

Für den Pegida-Fan Bergel ist die Geschichte damit nicht gegessen. Sie versucht es mit Öffentlichkeit. Bergel veröffentlichte den Kommunikationsverlauf in einer frei zugänglichen Facebook-Gruppe:

Also ich wollte mir doch tatsächlich bei diesem Shop ein T-Shirt mit PEGIDA bedrucken lassen! Leider war dies aus ethischen Gründen nicht möglich. Als ich per E-Mail um Erklärung bat, habe ich folgende Post erhalten. Bitte unbedingt lesen und eine eigene Meinung bilden! Und TEILEN!!! Mein gewünschtes T-Shirt habe ich natürlich in einem anderen Shop problemlos bekommen!

Bergel zeigte kein Verständnis für das Verhalten von Spreadshirt. Anders die Leser des Forums: Sie entdecken die Geschichte und loben Spreadshirt für diese Haltung. In den Kommentaren, über Twitter und auf der Facebook-Seite des T-Shirt-Händlers bekommt das Unternehmen Applaus:

Nur wenige Nutzer sind verärgert, dass Spreadshirt die Pegdia-Anhänger in die Nazi-Ecke stellt. Allerdings wird der Applaus für Spreadshirt von einem Schatten begleitet:

Es beschweren sich einige Kunden, dass auf der T-Shirt-Plattform mit einer kurzen Suche nazifreundliche Motive zu finden sind. Viele Kunden hoffen jetzt, dass die Pegida-Aktion des Kundensupports kein Einzelfall bleibt, sondern konsequenter umgesetzt wird. Die Zustimmung des Netzes könnte sich Spreadshirt sicher sein, wie die Geschichte von Kerstin Bergel und ihrem "I ❤ Pegida"-T-Shirt zeigt.

Weitere Informationen zu Pegida in unserem Dossier.

(RPO, dafi)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Spreadshirt: T-Shirt-Online-Händler boykottiert Pegida-T-Shirt


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.