Verschläft die Buchbranche die Digitalisierung?: Studie: Umsatz mit E-Books legt deutlich zu
zuletzt aktualisiert: 30.08.2010 - 14:54Frankfurt/Main (RPO). Der Umsatz mit E-Books wird in den kommenden Jahren drastisch steigen. Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie. Allerdings ist der Begriff E-Book für viele Bundesbürger noch unbekannt, viele Titel liegen bisher nur als Bücher und nicht in digitaler Form vor. Die deutsche Buchbranche drohe, die Digitalisierung zu verschlafen, warnt die Studie.
Wie die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCooper (PwC) am Montag mitteilte, summierten sich die Erlöse mit den digitalen Titeln 2015 auf mehr als 350 Millionen Euro. In diesem Jahr rechnet PwC mit einem E-Book-Umsatz im Bereich der Belletristik von 20 Millionen Euro.
Noch immer könnten zahlreiche Bundesbürger allerdings mit dem Begriff E-Books wenig anfangen. Nur jeder Fünfte von rund 1000 Befragten habe gewusst, was sich hinter E-Books verberge. Zudem lägen derzeit mit mehr als 100.000 Titeln nur etwa acht Prozent der lieferbaren Bücher in digitaler Form vor. Immerhin jeder vierte Hardcover-Titel der "Spiegel"-Bestsellerliste sei nur auf einschlägigen Filesharing-Seiten zu finden, hieß es weiter. Ferner rangiere der Durchschnittspreis für E-Books nur knapp unter dem für konventionelle Ausgaben.
Das Buch in der Hand
"Die deutsche Buchbranche droht, die Digitalisierung zu verschlafen", sagte Werner Ballhaus, Leiter des Bereichs Technologie, Medien und Telekommunikation bei PwC . "E-Books werden das gedruckte Buch zwar langfristig nicht verdrängen, sie werden aber auch nicht wieder verschwinden." Noch sei Lesern hierzulande ausgesprochen wichtig, ein Buch in den Händen zu halten. "Das elektronische Lesegerät wird trotz scharfer und kontrastreicher Bildschirme nicht als gleichwertige Alternative zum gedruckten Buch akzeptiert." Allerdings dürfte sich dies auch angesichts der wachsenden Mobilität der Konsumenten ändern.
Bei den elektronische Lesegeräten - sogenannten E-Readern - rechnet PwC bis 2015 mit einem Absatz in Deutschland von rund 2,5 Millionen. Voraussetzung sei aber, dass die Geräte um wichtige Funktionen wie Farbdisplay und Internetzugang ergänzt und vor allem billiger würden. Bislang seien von den Geräte hierzulande erst schätzungsweise 50.000 bis 80.000 Stück verkauft worden, hieß es.
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