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Produkte am selben Tag geliefert
Amazons "Same Day"-Lieferung: Test bestanden

Amazon Same-Day-Lieferung: Test bestanden
Amazon Same-Day-Lieferung: Test bestanden FOTO: Christoph Schroeter
Düsseldorf. Amazon liefert seit Donnerstag in vielen Teilen Deutschlands am selben Tag. Der Service ist kostenlos für Prime-Kunden. Morgens bestellt, soll die Ware abends garantiert vom Paketboten beim Kunden abgegeben werden. Ob das klappt? Wir haben es getestet. Update: Test bestanden, die Lieferung kam pünktlich an (dazu unten mehr). Von Christoph Schroeter

Fünf Bedingungen müssen für die gratis-Same-Day-Lieferung erfüllt sein: Der Besteller muss Prime-Kunde bei Amazon sein und in einer der 14 Metropolregionen wohnen, in denen der Service angeboten wird. Außerdem muss es sich bei dem noch am selben Tag gewünschten Produkt  um einen sogenannten "Same-Day qualifizierten Artikel" handeln; zudem muss die Gesamtsumme der Bestellung mindestens 20 Euro betragen.

Bei der fünften Voraussetzung gibt sich Amazon ein wenig schwammig: Der Artikel müsse "am Morgen eines Werktages oder Samstags" bestellt werden. Wann genau dieser "Morgen" endet, darüber gibt es keine Information.

Egal. Es ist jetzt kurz nach neun Uhr morgens, das sollte wohl früh genug sein. Doch was könnte man spontan bestellen? Das Töchterchen benötigt für einen kurz bevor stehenden Geburtstagsbesuch bei einer Freundin noch ein Geschenk.

Zum Glück hat sie mir am Vorabend verraten, was das sein soll: Das Spiel "Speed Cups 2". Gesucht, gefunden. Problem: Da es sich bei dem Artikel um ein sogenanntes "Plus Produkt" handelt, ist nicht ersichtlich, ob es auch für die "Same Day"-Lieferung qualifiziert ist. Ab in den Einkaufswagen damit. Damit wären wir bei 5,99 Euro.

Kinder sind klasse, sie haben immer irgendeinen Wunsch. Also muss der Nachwuchs noch einmal herhalten. Weil der große Bruder (und Papa auch) eine Nerf haben will (eine Pistole, mit der man weiche Gummipfeile durch die Gegend schießen kann), möchte die Tochter auch entsprechend aufgerüstet werden. Aber bitte eine spezielle Mädels-Variante. Auch da ist das gewünschte Modell schnell gefunden. Und es ist sogar "Same Day"-fähig. Ab in den Warenkorb. 

Die Gesamtsumme beträgt jetzt 18,69 Euro. Knapp daneben ist auch vorbei, 1,31 Euro fehlen noch. Eine ähnliche Bestellung habe ich vor nicht allzu langer Zeit mal mit einem 6er-Pack Duschgels aufgefüllt. Davon stehen zwar noch fünf im Keller, aber Duschen hat Zukunft. Ab heute Abend stehen dann im Idealfall also elf gleiche Duschgels im Keller.

Beim eigentlichen Bestellvorgang kommt es dann im Warenkorb noch einmal zur Verwirrung: Artikel: 25,40 Euro, steht da, Verpackung und Versand: 15 Euro, Gesamtsumme 40,40 Euro. Direkt darunter wird dann ein Gutschein über 15 Euro eingelöst. Damit stimmt der Gesamtbetrag wieder.

Aber um was für einen Gutschein handelt es sich? Etwas weiter unten dann die Auflösung. "Eingelöste Aktionsgutscheine: - Gratis Same Day". Okay, es handelt sich offenbar um einen internen Rechnungsumweg. Den sollte Amazon besser ausblenden.

Am Ende das Versprechen, die Lieferung sei heute Abend zwischen 18 und 21 Uhr bei mir zu Hause. 

Wie versprochen hier nun das Ergebnis des Tests: Pünktlich um 18.23 Uhr klingelte es an der Haustür. Ein (für die Uhrzeit ziemlich gut gelaunter) DHL-Paketbote drückte mir zwei Pakete mit meinen drei bestellten Produkten in die Hand.

Auf dem Adressaufkleber prangte in großen Lettern "Same Day". Stimmt, die Lieferung kam am selben Tag, an dem auch die Bestellung aufgegeben wurde.

Fazit: Die Same-Day-Lieferung ist eine praktische Sache, wenn ein Produkt wirklich schnell benötigt wird. Als Standard-Lieferoption sollte man es besser nicht einrichten. Das bürdet nicht nur den Paketboten zusätzliche Arbeit auf, es müssen möglicherweise auch mehr Fahrten als sonst gemacht werden. Das schadet nicht nur der Umwelt, sondern sorgt in den ohnehin chronisch staugeplagten Innenstädten für zusätzlichen Verkehr.

Was die Gewerkschaft Verdi zu dem neuen Service von Amazon sagt, lesen Sie hier.

Einschränkungen bei "Same Day"-Lieferungen

Neben der Tatsache, dass man in einer der 14 Amazon-Metropolregionen wohnen muss, um den Service in Anspruch nehmen zu können, kann dort auch nicht jedes Produkt bestellt werden.

Amazon bietet die kostenlose "Same Day"-Lieferung je nach Region für rund eine Million Produkte aus allen möglichen Kategorien an - von Elektroartikeln über Spielzeug bis hin zu Büchern. Der Service beinhaltet auch Artikel von Amazon Marketplace-Verkäufern, die den Versand durch Amazon nutzen.

Da Amazon Deutschland - allerdings inklusive digitaler Produkte - fast 230 Millionen Artikel im Angebot hat, gibt es bei der Menge an "Same Day"-qualifizierten Produkten noch Luft nach oben.

Was es genau heißt, dass die Produkte am Morgen eines Werktages oder Samstag bestellt werden müssen, war während des Tests nicht ersichtlich. Stand bei einem Produkt, man müsse es innerhalb von zwei Stunden und 31 Minuten ordern, hatte man bei einem anderen noch über drei Stunden Zeit. Das Zeitlimit hängt offenbar vom Produkt ab und davon, in welchen Verteillager es vorrätig ist.

In Bildern: Unsere Testbestellung bei Amazon.

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