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Vermisste 15-Jährige löst Webwelle aus: Vater startet Suchaufruf bei Facebook
zuletzt aktualisiert: 08.02.2011 - 10:42Düsseldorf (RPO). Die Menschen sind nicht erst seit dem Fall Mirco sensibel, wenn es um verschwundene Kinder geht. Seit einigen Tagen ist nun die 15-jährige Kim Fluchs aus dem Oberbergischen Kreis verschwunden. Der besorgte Vater schaltete über das soziale Netzwerk Facebook einen Suchaufruf. Dieser löste ein immenses Echo aus. Die zuständige Polizeidienststelle konnte hunderte Anrufe und Hinweise nicht mehr bewältigen.
"Nicht mehr anrufen! Wegen zahlreicher Anrufe kann telefonisch keine Auskunft mehr erteilt werden!" Mit diesem Eingeständnis von fehlenden Ressourcen hat sich die Polizei in Gummersbach an die Facebook-Gemeinde gewandt. Auch in einer offiziellen Pressemitteilung bittet die Polizei von Anrufen abzusehen.
Unterdessen hat auch Marco Fluchs, der Vater der vermissten Kim, kapituliert und seine Pinnwand bei Facebook geschlossen. Im Minutentakt trafen bis zum späten Montagabend neue Kommentare ein. Bis zu 4000 Kommentare fanden sich unter einem einzigen Pinnwand-Eintrag. Mitglieder des Netztwerkes drückten ihre Anteilnahme aus, versprachen Hilfe bei der Suche. Allerdings gab es auch User, die den Fall für einen schlechten Scherz hielten. Beschimpfungen für den angeblich besorgten Vater blieben nicht aus.
Mittlerweile hat die Vermisstenanzeige eine Eigendynamik entwickelt. Auch wenn der Kims Verbleib in der realen Welt unklar ist, nimmt der Fall im Internet eine unschöne Wendung: Unbekannte haben bei Facebook neben einer Gruppe auch ein Profil für Kim Fluchs mit dem vom Vater veröffentlichten Foto angelegt und verweisen von diesem Profil aus auf teils geschmacklose Hoax-Seiten bei Facebook.
Laut Auskunft der zuständigen Polizeidienststelle ist der Vermisstenfall allerdings echt. Das 15-jährige Mädchen ist offenbar zusammen mit einer Freundin ausgerissen – und wohl nicht zum ersten Mal. Laut Polizei gibt es derzeit keine Hinweise, dass eines der beiden Mädchen Opfer einer Straftat geworden sein könnte, es wird aber weiter ermittelt.
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