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Webvideopreis 2017
Roter Teppich für Deutschlands Internet-Stars

Videos: Das sind die Gewinner des Webvideopreis 2016
Videos: Das sind die Gewinner des Webvideopreis 2016
Düsseldorf. Am Donnerstag findet in Düsseldorf der Webvideopreis Deutschland statt. Es ist das Event der Szene. Wir geben den Überblick. Von Henning Bulka, Düsseldorf

Lisa & Lena, Dner, Tomatolix – die Namen klingen für Außenstehende zunächst seltsam. Wer Jugendliche fragt, weiß aber schnell: Dahinter stecken echte Stars, und zwar im Netz. Alleine Lisa & Lena – zwei singende Zwillinge aus Stuttgart – erreichen täglich fast zehn Millionen Menschen auf Instagram, ihren Account auf der karaokeartigen Plattform musical.ly haben fast 20 Millionen Nutzer abonniert.

Dner, mit bürgerlichem Namen Felix von der Laden, ist mittlerweile fast schon ein alter Hase im Webvideo- Business – seine Youtube- Videos, in denen er von seinem Leben erzählt, wurden schon mehr als eine Milliarde Mal aufgerufen. Egal wie alt sie sind oder auf welcher Plattform sie ihre Nutzer begeistern: Die Stars der Webvideo- und Social-Media- Szene werden in dieser Woche am Donnerstag im Düsseldorfer ISS Dome auf der ganz großen Bühne ausgezeichnet, beim Webvideopreis 2017.

Fotos: Die Youtube-Stars auf dem Roten Teppich FOTO: Bretz, Andreas

Mittlerweile findet er zum siebten Mal statt. Nominiert wurden von der European Web Video Academy, die den Preis veranstaltet, Kreative in 25 Kategorien, darunter "Gaming", "Lifestyle", "Comedy", "Music" oder "Sports". "Wir finden für jeden guten Inhalt die richtige Schublade", schreibt die Academy. Für besonders viel Aufsehen sorgen jedes Jahr die Kategorien "Person of the Year" und "Best Video of the Year" – also für besonders herausstechende Macher und das beste Video des Jahres. Verliehen werden alle Preise nicht nur von der Academy, zur Hälfte konnte auch das Publikum mit abstimmen.

Video im Netz ist seit Jahren im Aufwind

Während die Fernsehnutzung bei Jugendlichen stagniert, steigt die Nutzung von Webvideos immer weiter an. So schauen laut der aktuellen ARD/ ZDF-Onlinestudie ganze 95 Prozent der 14- bis 29-Jährigen mindestens einmal in der Woche Videos im Netz – in der Gesamtbevölkerung sind es gerade einmal 67 Prozent. Schon 2011 haben die Webvideopreis-Macher das erkannt und die ersten Preise verliehen, damals noch im gemütlichen Astra- Theater in Essen. Mittlerweile sind die Dimensionen riesig.

Vergangenes Jahr kamen tausende Fans, um ihren Stars zuzujubeln. Wie schon in den Vorjahren sind in diesem Jahr nicht nur die ganz großen Namen im Netz für Preise nominiert, auch bekannte Gesichter außerhalb der Webvideo-Szene haben es unter die Nominierten geschafft. So ist ein weiteres Mal der ZDFSatiriker und "Neo Magazin Royale"-Moderator Jan Böhmermann nominiert, als "Person of the Year Male". "Kaum jemand fand so oft den richtigen Riecher für das, was im Netz gerade besonders gut funktioniert", schreibt die Academy in ihrer Begründung auf der Webvideopreis-Seite.

Lena Meyer-Landrut und Carolin Kebekus sind nominiert

Als "Person of the Year Female" sind gleich zwei Frauen nominiert, die auch klassische Fernsehzuschauer kennen: Lena Meyer-Landrut, deutsche Gewinnerin des Eurovision Song Contest 2010 und "eine der schillerndsten Persönlichkeiten Deutschlands im Netz", die alte und neue Medienwelt "wie keine Zweite" verbindet, so die Begründung der Jury.

An ihrer Seite nominiert: Komikerin und Sängerin Carolin Kebekus, die nicht nur im Fernsehen, sondern auch mit ihrem Youtube- Kanal "PussyTerrorTV" Erfolg hat. Der Webvideopreis ist dabei auch immer politisch, sieht sich in der Verantwortung für die jugendliche Generation. So gab es im vergangenen Jahr klare Statements gegen Sexismus und Ausgrenzung, ausgezeichnet wurde der Youtube- Kanal "Datteltäter", der sich gegen Ressentiments gegenüber Muslimen einsetzt.

Auch Bildung und Journalismus ist gefragt

Und nominiert sind auch in diesem Jahr Kanäle, die Bildung und Journalismus in den Vordergrund stellen. So testet und erklärt Tomatolix, mit echtem Namen Felix, in Selbstexperimenten die Auswirkung bestimmter Stoffe auf den menschlichen Körper – so etwa sein Video, das zeigt, was passiert, wenn man sieben Tage auf Zucker verzichtet.

Der Journalist und "Rheinische Post"-Kolumnist Richard Gutjahr ist ebenfalls nominiert, für seine authentische und crossmediale Berichterstattung vom Terroranschlag in Nizza oder dem Amoklauf in München. Und auch ZDF-Erklärbär Harald Lesch hat Chancen auf einen Preis, für den Youtube-Kanal "Terra X Lesch & Co", auf dem er mit seinem Team jede Woche neue Phänomene erklärt, Fragen beantwortet, Halbwahrheiten entlarvt. Die Webvideopreis-Gala – in diesem Jahr moderiert von Barbara Schöneberger – wird live ins Netz übertragen.

Die Rheinische Post begleitet den Preis dabei auf vielfältige Weise. So berichten wir nicht nur in der Zeitung und auf RP ONLINE, sondern schicken zwei jugendliche Reporter an den Roten Teppich. Auf Snapchat und Instagram werden sie Selfies machen, Interviews führen, also ganz nah dran sein an den Stars des Abends.

Unsere komplette Berichterstattung zum Webvideopreis finden Sie auf rp-online.de/wvp17.

Quelle: RP
 
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