| 16.55 Uhr

Webvideopreis
Diese US-Webvideotrends sollten Sie kennen

Webvideopreis: Diese US-Webvideotrends sollten Sie kennen
Gehört zu den einflussreichsten, aber auch umstrittensten Youtubern der USA: PewDiePie verdient im Jahr zwischen zwei und 18 Millionen US-Dollar. FOTO: dpa, sm cv cul fdt
Düsseldorf. Was kommt auf die deutsche Webvideobranche zu? Der Blick in die USA gleicht einem Blick in die Glaskugel. Die US-Branche ist deutlich weiter was Inhalte, Finanzierung und Verbreitung der Webvideos angeht. Im Mittelpunkt steht weiter: Youtube! Von Daniel Fiene

Trend #1 Webvideo-Macher werden Millionäre

In Sachen Einnahmen stehen die deutschen Youtuber im Schatten ihrer englischsprachigen Kollegen. Die Liste der jungen Youtube-Millionäre ist lang. Besonders der einflussreiche aber auch provokante PewDiePie sticht hervor. Laut CNBC verdient er im Jahr zwischen zwei und 18 Millionen US-Dollar. Lukrativ ist für ihn eine Zusammenarbeit mit dem Unterhaltungsriesen Disney gewesen.

Allerdings beendet der Konzern im Februar die Zusammenarbeit, nachdem es viel Kritik an Videos mit antisemitischen Äußerungen gab. PewDiePie spricht von Missverständnissen. Zum Club der Dollar-Millionäre gehören auch das Comedy-Duo The Fine Brothers, Adam Dahlberg für seinen Spielekanal "skydoesminecraft" sowie Ian Hecoy und Anthony Padilla, die mit ihrem Kanal "Smosh" berühmt wurden.

Trend #2 YouTube macht einen auf Netflix

Youtube verlässt sich nicht mehr alleine auf die hochgeladenen Videos der Nutzer. Die Plattform möchte auch in die Liga von Netflix, Amazon und Hulu vorstoßen. Aus diesem Grund hat Youtube eigene Formate angekündigt, die exklusiv produziert werden. Für diese Shows hat Youtube Comedian Kevin Hart und TV-Talkerin Ellen DeGeneres verpflichtet. Im Laufe des Jahres sollen die exklusiven Inhalte veröffentlicht werden.

Für die Zuschauer sind diese Sendungen kostenlos und werden durch Werbung finanziert. Laut Bloomberg investiert Youtube in diesem Jahr hunderte Millionen US-Dollar um 40 neue Formate anbieten zu können. Das Geld wird auch für den Ausbau des Dienstes "YouTube Red" eingesetzt, passend zum nächsten Trend:

Trend #3 Zuschauer sollen für Webvideos zahlen

Auch hier ist Netflix ein Vorbild für Youtube. Jahr für Jahr kann Netflix die Zahl seiner zahlenden Abonnenten ausbauen. In den ersten drei Monaten sind fünf Millionen Abonnenten hinzugekommen, in Kürze wird die 100 Millionen Grenze geknackt. Die Manager von Youtube möchten etwas von diesem lukrativen Geschäft abhaben. Bereits vor zwei Jahren startete der Abo- Dienst "YouTube Red" . Abonnenten erhalten ein werbefreies Youtube und zusätzliche Funktionen sowie Inhalte.

Besonders gerne nutzen Abonnenten den Dienst zum Streamen von Musik. Allerdings tut sich Youtube schwer Abonnenten zu gewinnen. Nach einem Jahr sollen es gerade einmal 1,5 Millionen zahlende Kunden gewesen sein. Eine Sprecherin sagte dem Magazin The Verge: "Während wir weder Zahlen veröffentlichen noch spekulative Zahlen kommentieren, sehen wir eine starke Nutzung des Dienstes in den vier Ländern, in denen der Dienst bereits gestartet ist. Deswegen werden wir 2017 mehr in eigene Serien und Filmen investieren und mehr für das Marketing von ,YouTube Music' ausgeben." In Deutschland gibt es "YouTube Red" noch nicht.

Trend #4 Youtube macht den TV-Anschluss noch überflüssiger

Seit April macht Youtube den klassischen TV-Anschluss in US-Ballungsräumen komplett überflüssig. Das neue Angebot "YouTube TV" bietet den Nutzern den Zugriff auf die vier großen US-Fernsehnetzwerke, über 40 Kabelkanäle zu denen beliebte Sportkanäle wie ESPN und Fox Sport 1 gehören. Sie können auf Youtube das Live-Programm sehen, oder auch bereits gesendete Inhalte nachschauen. Für die klassischen Kabelnetzbetreiber ist "YouTube TV" einer Herausforderung, da der Preis mit 35 US-Dollar pro Monat für amerikanische Verhältnisse sehr günstig ist. Für dieses Angebot hat Youtube viel Zuspruch von der "Cordcutter"- Bewegung erhalten, wie Internet- Nutzer genannt werden, die sich von ihrem Kabelanschluss getrennt haben. Die US-Kabelnetzbetreiber sind vor allem bei jungen Erwachsenen unbeliebt, da sie ihre Angebote zu teuer anbieten und das Geschäftsmodel nicht mehr zeitgemäß erscheint.

Die "Cordcutter" wünschen sich, dass die klassischen Fernsehanbieter ihre Angebote stärker an das neue Video-Konsumverhalten der jungen Amerikaner anpassen. Trend #5 Das Smartphone verändert Videoformate Schnellere Mobilfunknetze, günstige Datentarife und bessere Smartphones führen nicht nur in Deutschland, sondern vor allem auch in den USA zu mehr mobilen Zuschauern. Webvideo-Produzenten passen deswegen ihre Formate an die neue Bildschirmgröße an. Dabei gehen sie auch darauf ein, dass ihre Videos vor allem in sozialen Netzwerken verbreitet werden. Sie nutzen deswegen nicht nur Facebook Video oder Twitter, sondern setzen auf kürzere und interaktive Videos, um besser bei den Zuschauern anzukommen.

Am Donnerstag wird in Düsseldorf der Deutsche Webvideopreis verliehen. Unsere komplette Berichterstattung zum Webvideopreis finden Sie auf rp-online.de/wvp17.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Webvideopreis: Diese US-Webvideotrends sollten Sie kennen


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.