"Dinge mit Gesicht": Wenn Kisten schöne Augen machen
VON FRANZISKA BLUHM - zuletzt aktualisiert: 09.02.2010 - 09:40Düsseldorf (RPO). Das Internet hat nicht immer den besten Ruf. Viel zu oft gilt es einfach nur als Hort für Kriminelles, zerstört Geschäftsmodelle ganzer Branchen, und sorgt dafür, dass alles auf ewig auffindbar ist. Aber. Es kann auch so schön sein. Dann nämlich, wenn es dem Kreativen ein Forum bietet. Zum Beispiel für die Webseite "dingemitgesicht.de".
Auf "dingemitgesicht.de" sammelt der Journalist Konrad Lischka seit November 2009 Alltagsgegenstände, auf denen er ein Gesicht erkennt. Die Idee kam ihm im Sommerurlaub auf Korsika, als er auf einem Gullideckel und einem Hydranten Gesichter entdeckte und diese fotografierte.
Seitdem sah er ständig Gesichter: "Ich war immer wieder unterwegs und sogar bei mir zuhause habe ich neue Dinge mit Gesicht gesehen". Auf dem Toaster, auf der Unterseite des DECT-Telefons, auf der Basisstation des Telefons, sogar das iPhone-Ladekabel guckte ihn plötzlich an.
Als ihm dann ein Kollege seine Gesichter-Fotos auf dem iPhone zeigte, gründete er eine Flickr-Gruppe, setzte eine Facebook-Seite auf und startete sein Blog. Seitdem bekommt er derzeit pro Woche dutzende Fotos über diese Kanäle zugeschickt.
Einen Dawanda-Shop hat Konrad Lischka auch schon. Dort kann jeder "Dinge-mit-Gesicht"-Kühlschrankmagneten kaufen. Und damit auch dem Kühlschrank ein Gesicht geben. Damit auch der einmal was zu lachen hat.
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