kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
       
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

Wie Netznutzer für den eigenen Tod vorsorgen: Wer erbt die Passwörter?

zuletzt aktualisiert: 17.11.2009 - 08:55

Hamburg (RPO). Wenn ein Mensch stirbt, gehören die Fotos und Briefe, die er hinterlässt, seinen Erben. Was aber passiert mit den Bildern, die nicht im Fotoalbum kleben, sondern in seinem Profil bei Facebook stehen oder bei StudiVZ hochgeladen wurden? Wer bekommt den E-Mail-Zugang? Was also passiert mit digitalem Nachlass?

   "Pauschal kann man das nicht sagen, aber im Grundsatz ist der digitale Nachlass genauso zu behandeln wie der übrige Nachlass auch", sagt Gabriele Sachs, Anwältin für Erbrecht in Hamburg. "Er ersetzt ja im Grunde einfach den Schriftverkehr, wie wir ihn früher hatten." Will heißen: E-Mails, Bilder und virtuelle Adressbücher gehören den Erben. Der Erbe tritt, soweit der Verstorbene das nicht anderweitig verfügt hat, in dessen bisherige Rechtstellung ein. Allerdings müsse immer zwischen vererblichen und nicht vererblichen Rechten wie dem Persönlichkeitsrecht unterschieden werden.

   Das weltweit größte soziale Netzwerk Facebook will es Angehörigen mit einem Formular leichter machen. Sie können sich aussuchen, ob die Seite eines Verstorbenen gesperrt werden oder sichtbar bleiben soll - in einem "Erinnerungs-Status". Darin werden alle Mitgliedschaften in Gruppen gelöscht. Nur bereits bestätigte Freunde können Nachrichten auf dem Profil hinterlassen - in Erinnerung an den Verstorbenen.

Individuellen Wünschen nachkommen

   Die Betreiber von Studi-, Schüler- und MeinVZ, den größten Netzwerken aus Deutschland mit insgesamt 15,5 Millionen Nutzern, haben kein standardisiertes Verfahren eingeführt. Sie wollen lieber individuellen Wünschen nachkommen: Die Angehörigen eines gestorbenen Nutzers dürfen bestimmen, was mit seinem Profil passiert. Sie können es sperren, für Abschiedsnachrichten erhalten oder selbst übernehmen. Voraussetzung für Letzteres ist, dass sie die Sterbeurkunde und den Erbschein vorlegen.

   Anbieter von E-Mail-Diensten gehen mit Todesfällen unterschiedlich um. Web.de und gmx.de, zwei der größten in Deutschland, geben die Passwörter nach Vorlage des Erbscheins heraus. Etwas komplizierter ist das Prozedere etwa bei Hotmail von Microsoft. Weil der Server in den USA steht, verlangt das Unternehmen eine E-Mail auf Englisch.

Darin muss stehen, wann der Account eingerichtet und zum letzten Mal benutzt wurde. Außerdem müssen die Angehörigen den Erbschein sowie Kopien ihres eigenen Personalausweises und dessen des Verstorbenen einreichen. Dann kümmert sich in den USA nach Unternehmensangaben ein "Criminal Compliance Team" um die Anfrage. Nach spätestens zwei Monaten bekomme der Antragsteller per Post eine CD oder DVD mit den Daten aus dem Account. Geschlossen wird dieser nur auf ausdrücklichen Wunsch, Hotmail-Passwörter gibt Microsoft nicht heraus.

"Einladung zu illegalen Machenschaften"

   Erbrechts-Expertin Sachs empfiehlt Internetnutzern: "Um den Erben Probleme bei der Nachlassabwicklung zu ersparen, ist jedem zu raten, zu verfügen, was nach seinem Tod mit dem Nachlass - insbesondere dem digitalen - geschehen soll". Am besten hinterlässt der Nutzer seine Passwörter in einem Umschlag beim Notar, rät Thilo Weichert, der Landesbeauftragte für den Datenschutz in Schleswig-Holstein. Oder er lässt sie direkt in sein Testament aufnehmen.

   Prinzipiell eine Alternative sind Dienste wie Legacy Lockers, Datainherit oder auch Deathswitch. Sie ermöglichen Anwendern, gegen eine Gebühr Passwörter für Web-Netzwerke, E-Mail-Konten oder das Online-Banking bei ihnen zu hinterlegen und eine Vertrauensperson zu nennen. An diese gehen die Informationen im Todesfall.

   Weichert rät davon allerdings ab: "Das ist völliger Blödsinn und eine Einladung zu illegalen Machenschaften." Derart sensible Daten sollten Nutzer nicht gesammelt einem Internetdienst überlassen. "Man muss schon sehr viel Vertrauen zu einem solchen Anbieter haben, um so eine Idiotie zu begehen." Außerdem sei es nicht einmal sicher, ob sie "nicht noch vor dem Kunden sterben."

Quelle: dpa/csr

 
weitere Artikel
 
Links zu diesem Artikel
 

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online

Rabatt-Website

Groupon verliert weiter Millionen

Die mit viel Vorschusslorbeeren an die Börse gegangene Rabatt-Website Groupon schreibt weiterhin tiefrote Zahlen. mehr 

Apple scheitert mit Klage gegen Samsung

Galaxy Tab darf weiter verkauft werden

Apple scheitert mit Klage gegen Samsung

Erfolg für Samsung: Das Düsseldorfer Landgericht hat ein vom kalifornischen Elektronikkonzern Apple beantragtes europaweites Verkaufsverbo ... mehr 

mehr Digitales
Aus der Region

Galaxy Tab darf weiter verkauft werden

Apple scheitert mit Klage gegen Samsung

"Uncharted 3" im Test

Indiana Jones für die Playstation

Klage gegen neue Datenschutz-Regeln

Verbraucherschützer wollen Google stoppen

Videos

Ringerin aus Krefeld trainiert für Olympiaqualifikation

Aline Focken ist 20 Jahre alt und träumt von Olympia. Die Krefelderin hat die Chance sich für die olympischen Spiele 2012 in ... mehr 

Deutscher gewinnt New Yorker Treppenlauf

Der 27-jährige Thomas Dold aus Baden-Württemberg war beim berühmten Treppenlauf des Empire State Building zum siebten Mal in Folge der ... mehr 

Top-Services
 
mehr digitales

Rabatt-Website

Groupon verliert weiter Millionen

Die mit viel Vorschusslorbeeren an die Börse gegangene Rabatt-Website Groupon schreibt weiterhin tiefrote Zahlen. Im Gesamtjahr fiel angesichts hoher Kosten ein Verlust von unterm Strich 351 Millionen Dollar an (265 Mio Euro). mehr 

 
Google-neue-Dienste-und-Services_1_66293.jpg

Klage gegen neue Datenschutz-Regeln

Verbraucherschützer wollen Google stoppen

Mit einer Klage gegen die US-Aufsichtsbehörde FTC will eine Verbraucherschutzorganisation die vom Internetkonzern Google angekündigten Änderungen seiner Nutzungsbedingungen und Datenschutzvereinbarungen verhindern. mehr 

 

Kundus-Papiere ins Internet gestellt

Anonymous hacken Bundestagsserver

 

Datenschutz-Streit mit Facebook

Wiener Kritiker will weiter Druck machen

 

Internet-Browser von Google

Chrome für Android-Geräte

 
Screenshots aus "Uncharted 3"
Screenshots aus "Uncharted 3"
Viele haben es versucht, doch tatsächlich gibt .. mehr 
 
Screenshots aus "Uncharted 3"
Screenshots aus "Uncharted 3"
Viele haben es versucht, doch tatsächlich gibt ..
mehr 
So funktioniert das neue Carsharing
So funktioniert das neue Carsharing
Neue Carsharing-Angebote ermöglichen das ..
mehr 
Youtube-Trend Unboxing - Die Kunst des Auspackens
Youtube-Trend Unboxing - Die Kunst des Auspackens
Unboxing, also auspacken, nennt sich das ..
mehr 
Frosting, Batmaning, Planking: Skurrile Trends
Frosting, Batmaning, Planking: Skurrile Trends
Immer wieder schaffen es verrückte Trends auf soziale Netzwerken wie ..
mehr