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Kreative Filmtitel und Rücktrittswetten
Wie das Internet über Wulff witzelt

Kreative Filmtitel und Rücktrittswetten: Wie das Internet über Wulff witzelt
Bei Twitter werden kreative Filmtitel rund um die Affäre Wulff geschaffen. FOTO: Screenshot Twitter
Düsseldorf. Kaum steht ein Politiker öffentlich enorm unter Beschuss, finden die Wähler über das Internet ihren ganz eigenen Weg, sich mit der Debatte zu beschäftigen. Und so wird auch der Bundespräsident wegen der Kredit- und Presseaffäre gehörig durch den Kakao gezogen. Wir haben einige Sachen zusammengetragen. Von Dana Schülbe

Seit Wulff der "Bild"-Zeitung gedroht haben soll, etwas über seinen Kredit zu veröffentlichen, geht die Presse hart mit dem Bundespräsidenten ins Gericht. Unterstützung von politischer Seite gibt es kaum, vielmehr immer mehr Kritik. Und so lässt es auch die Deutschen nicht mehr kalt, was da eigentlich Sache ist.

In sozialen Netzwerken werden seit Tagen immer wieder neue Fotomontagen oder Webseiten verbreitet, die sich vor allem satirisch mit der Causa Wulff befassen. So wurde - ebenso wie einst bei Guido Westerwelle - eine Seite geschaffen, die sich mit der Frage beschäftigt, ob Christian Wulff noch im Amt ist. Die Seite wurde fast 2000 Mal getwittert und bei Facebook an die 4000 Mal gepostet.

Es gibt aber auch eine andere Webseite, die sich mit einem möglichen Rücktritt beschäftigt - und die Frage danach. Auf bundespraesident-gesucht.de werden Namensvorschläge zusammengetragen, wer denn das neue Staatsoberhaupt im Land werden könnte. Neben Namen wie Joachim Gauck gibt es aber auch nicht ganz so ernst gemeinte Vorschläge wie den russischen Noch-Präsidenten Dimitri Medwedew oder auch schlicht das Volk.

Eine weitere Webseite nimmt sich eine Satire-Seite zu den nordkoreanischen Herrschern Kim Jong Il und Kim Jong Un zum Vorbild für Wulff - und dokumentiert Fotos von Wulff, während er verschiedene Dinge betrachtet.

Auch Boris Becker twittert

Hoch im Kurs steht die Wulff-Affäre auch bei Twitter. Dort ist der beliebteste Hashtag zum Thema #wulfffilme. Die Twitterer tragen darunter alle möglichen Filmtitel zusammen, die irgendwie zu der Causa Bundespräsident passen könnten. Da heißt es etwa "Liebling, ich habe die Zinsen geschrumpft" oder "Bis(s) zum Ende der Amtszeit" oder auch "Einer flog übers Eigenheim". Nach den neuerlichen Vorwürfen hinsichtlich der "Bild"-Zeitung kommen Neukreationen wie "Der Diekmann-Wulff-Komplex" oder "Christian Wulff und die Pressekammer des Schrecken" hinzu.

Auch ein prominenter Twitterer hat sich dort mit der Affäre beschäftigt - und zwar kein Geringerer als Tennis-Legende Boris Becker. Er twitterte: "Man legt sich niemals mit Bild an, oder man gewinnt Wimbledon." Außerdem macht bei Twitter die neue Wortkreation "wulffen" die Runde, was laut der Nutzer so etwas wie "jemanden auf den Anrufbeantworter pöbeln" heißen soll.

Auch Wettanbieter nutzen die Affäre geschickt für sich aus. Wie die Nachrichtenagentur dpa schreibt, haben einige Internetanbieter die Frage, ob Wulff zurücktritt, in ihr Angebot angenommen. "Bisher gehen die Antworten deutlich in eine Richtung rücktritt", sagte der Online-Marketingchef des Anbieters "mybet", Florian Güde" der dpa.

(das/rm)
 
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