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In eigener Sache
Verwirrung um "Breitbart Deutschland"-Fake bei Facebook

Wie ein "Breitbart"-Fake Artikel von RP ONLINE verfälscht
Ein Artikel von RP ONLINE wurde auf der Facebookseite "Breitbart Deutschland" völlig verfälscht widergegeben. Klicken Sie auf das Bild, um es zu vergrößern. FOTO: Screenshot / Breitbart Deutschland
Düsseldorf. Eine angebliche Facebook-Seite von "Breitbart Deutschland" hat einen Artikel von RP ONLINE geteilt - aber Foto, Überschrift und Beschreibungstext vollkommen verfälscht. Inzwischen hat sich herausgestellt: Hinter der Seite steckt nicht Breitbart, sondern die Aktivistengruppe "Hooligans gegen Satzbau". Von Henning Bulka

Update 16.15 Uhr: Mittlerweile haben sich die Macher der Seite zu der Angelegenheit geäußert. Hinter "Breitbart Deutschland" steckt demnach nicht der deutsche Ableger des Nachrichtennetzwerks, sondern  die Aktivistengruppe "Hooligans gegen Satzbau – Initiative gegen Rechts-Schreibung" selbst. Sie wollte offenbar mit der gefälschten Facebook-Seite Empörung auslösen und auf das Problem gefälschter Nachrichten hinweisen. "Ist es wirklich so leicht Fakenews in Umlauf zu bringen?", fragt die Facebook-Seite in einem Beitrag. Auch die "Hooligans gegen Satzbau" haben den Beitrag geteilt. 

UPDATE 17:55 Uhr: Die Facebook-Seite wurde inzwischen gelöscht.

Ursprünglicher Auslöser der Aufregung war eine Aktion der Aktivisten "Hooligans gegen Satzbau – Initiative gegen Rechts-Schreibung". Diese hatten die Internet-Adresse "www.breitbartnews.de" registriert und auf die eigene Facebook-Seite umgeleitet. Der Deutschlandstart für "Breitbart News" wurde so erschwert, da die deutsche Variante der US-Internetadresse blockiert ist.

Am späten Donnerstagabend ist auf Facebook dann die Seite "Breitbart Deutschland" gestartet worden, die den Eindruck erweckte, der deutsche Ableger der US-Seite zu sein. Ob es sich bei "Breitbart Deutschland" um die offizielle deutsche Seite von "Breitbart" handelte, war zu diesem Zeitpunkt nicht klar. Allerdings ist im Impressum die US-Adresse von "Breitbart News Network" in Los Angeles angegeben. In einem ersten Beitrag reagierten die Betreiber auf die reservierte Internetadresse: "[Keine] Sorge, unsere Anwälte sind an der Sache dran!", heißt es dort. Verlinkt in dem Beitrag ist unser Artikel zu der Internet-Aktion von "Hooligans gegen Satzbau" - allerdings völlig verfälscht.

Nicht nur das Foto wurde von "Breitbart Deutschland" ausgetauscht, sondern auch die Überschriften und der Beschreibungstext. Statt unserer Überschrift "Aktivisten klauen Breitbart News die Internetadresse" ist dort zu lesen "Wie linke Hetzer die Pressefreiheit aufhalten wollen". Im Beschreibungstext ist in der "Breitbart"-Variante zu lesen: "Linksfaschisten haben sich die Rechte an der Internet-Adresse 'breitbartnews.de' gesichert." Im Artikel von RP ONLINE ist dagegen von einer "Aktivistengruppe" die Rede.

"Breitbart Deutschland" warnt selbst vor Falschmeldungen. "Fallt bitte nicht auf diese und andere Fakeseiten herein. Nur hier seid ihr richtig und nur hier halten wir euch auf dem Laufenden."

Zahlreiche Nutzer haben uns auf diese Manipulation unserer Inhalte hingewiesen, auch in den Kommentaren unter dem Artikel gibt es viel Gegenwind für "Breitbart Deutschland". "Euer "grandioser Deutschland-Start" ist jetzt schon ein Rohrkrepierer...", schreibt ein Nutzer. Ein anderer kommentiert: "Und ich dachte, ihr seid die Fake- Seite. Wie denn nun?"

Schon im Januar hatte die offizielle, amerikanische Breitbart-Seite eine Falschmeldung über eine Kirche in Dortmund verbreitet. Dagegen hatte sich die Polizei gewehrt. Das "Breitbart News Network" wurde 2007 vom Kommentator Andrew Breitbart gegründet. Die Seite gilt inzwischen vor allem Sprachrohr der rechtsradikalen Alt-Right (Alternative Rechte). Hier lesen Sie mehr über die Seite. Nach Breitbarts Tod 2012 war bis zum August des vergangenen Jahres Stephen Bannon verantwortlich für die Veröffentlichungen. Er ist auch Gründungsmitglied der Meinungswebsite. Inzwischen ist Bannon Berater des neuen US-Präsidenten Donald Trump.

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