Apples iPhone feierte fünfjähriges Jubiläum: Wie Steve Jobs das Handy neu erfand
VON CHRISTIN NÜNEMANN - zuletzt aktualisiert: 09.01.2012 - 15:18Düsseldorf (RP). Am 9. Januar 2007 stellte Apple-Gründer Steve Jobs das erste iPhone vor. Damit revolutionierte er die Telekom-Branche: Aus kompakten Handys mit kleinem Display wurden Smartphones mit berührungsempfindlichem Bildschirm und Internet-Zugang. Die Konkurrenz kopierte eilig die Apple-Idee.
Es war der Tag, an dem Steve Jobs die Telekom-Branche auf den Kopf stellte. Der Apple-Gründer stand auf der Bühne der MacWorld Expo in San Francisco und lächelte. Die anwesenden Apple-Fans rutschten auf ihren Stühlen aufgeregt hin und her. Denn sie ahnten, was sie erwartete, etwas ganz Neues, etwas Revolutionäres.
Jobs enttäuschte sie nicht: Als auf der riesigen Leinwand hinter ihm plötzlich das neueste Produkt des Kult-Konzerns, das iPhone, erstrahlte, rief er die "Neuerfindung des Mobiltelefons" aus. Es sollte gleichzeitig Musikspieler, Telefon und mobiler Zugang zum Internet sein. Das hatte es noch nie gegeben.
Die Begeisterung war riesig: Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Lightspeed Research vor dem offiziellen Verkaufsstart ergab, dass sich jeder dritte US-Amerikaner ein iPhone anschaffen wollte. Das sind rund 100 Millionen Menschen. Apple plante hingegen viel vorsichtiger: In den ersten zwei Jahren wollte der Konzern zehn Millionen Telefone verkaufen. Tatsächlich gingen in diesem Zeitraum fast 20 Millionen iPhones über den Ladentisch. Bis September 2011 waren es 146 Millionen.
Bis das iPhone den Markt für Mobiltelefone umkrempelte, waren die Handys immer kleiner und handlicher geworden. Allen gemeinsam war ein kleines Display und eine kleine Tastatur. Telefonieren und Schreiben von SMS funktionierte einwandfrei. Doch die Nutzung des mobilen Internets, das in diesen Tagen auf dem Vormarsch war, war auf dem kleinen Display stark eingeschränkt.
Apple brachte die Lösung: Ein großes, berührungsempfindliches Display mit einer virtuellen Tastatur ersetzte die bisherige mechanische Tastatur. Statt eines komplizierten Menüs gab es Symbole, die Anwendungen (Apps) ausführten, die wiederum beliebig aus dem App-Store heruntergeladen werden konnten. Auch mit seinem minimalistischen Design, das Jonathan Ive jedem Apple-Produkt aufdrückt, setzte das iPhone neue Maßstäbe.
Und die Konkurrenz schlief nicht: Schon kurze Zeit später boten alle führenden Handy-Hersteller mindestens ein Gerät mit Touch-Display und App-Store an. Seitdem ist der Kampf auf dem Smartphone-Markt eröffnet. Das iPhone rangiert zwar auf dem vierten Platz der Liste der meistverkauften Handys, Apples Betriebssystem iOS besitzt aber nur 18,2 Marktanteil unter den Smartphones. Denn Google hat mit seinem Betriebssystem Android ein scharfes Konkurrenzprodukt geschaffen, das es über Kooperationen mit großen Handy-Herstellern wie Samsung problemlos verbreiten kann. Marktanteil Android: 43 Prozent.
Eins ist aber sicher: Apple hat die treusten Fans. Denn technische Schwächen verziehen die iPhone-Nutzer schon 2007 schulterzuckend. Schließlich ist Apple Kult.
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