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#wiesnwache
Münchener Social-Media-Polizisten haben ihren Spaß

#wiesnwache: So twittert die Polizei München über ihre Einsätze
Unter dem Hashtag #wiesnwache veröffentlichte die Polizei München humorvolle Tweets. FOTO: Polizei München
München. Wer beim Oktoberfest eine Straftat begeht, könnte sich schon am nächsten Tag im Internet wiederfinden. Die Polizei München hat am Freitag unter dem Hashtag #wiesnwache einen Live-Ticker zu ihren Einsätzen gestartet. Von Vivien Ewe

Die Polizei München hat Humor. Das beweist unter anderem dieser Tweet:

Das ist nur eine von vielen Kurznachrichten, die man am Wochenende auf dem Twitter-Profil der Polizei München lesen konnte. Dahinter steckte unter anderem Markus Ellmeier. Er arbeitet in der Pressestelle und hat gemeinsam mit einigen Kollegen über die Oktoberfest-Einsätze getwittert.

Herr Ellmeier, ihre Tweets sind sehr unterhaltsam. Haben Sie sich das eigentlich alles ausgedacht? Es liest sich wie Satire.

Ellmeier Ist aber genau so passiert. Unser Social-Media-Team besteht aus fünf Personen und wird über die Einsatzzentrale über alle Einsätze informiert. Natürlich stehen wir auch persönlich in Kontakt mit den Kollegen vor Ort. Bei der Geschichte mit dem Pole-Dancer haben wir zum Beispiel einfach gefragt: "Hey, habt ihr was für uns?" Und dann haben sie uns das erzählt.

Woraufhin Sie twitterten: "Betrunkener fühlt sich wahnsinnig erotisch und versucht sich in Shorts an Gitterstäben als Pole Dance Gott! Sehenswert – NICHT! #wiesnwache". Warum tun Sie das?

Ellmeier Wir wollen den Besuchern des Oktoberfestes unsere Arbeit transparent machen. Wir wollen zeigen, wie viel an diesen Tagen zu tun ist. Außerdem wirken wir durch solche Aktionen und durch den Twitter-Account generell für die Bürger ansprechbar, wir wollen sympathisch rüberkommen. Viele Bürger haben selten Kontakt zur Polizei. Uns ist es wichtig zu zeigen, dass in der Uniform ein Mensch mit Humor steckt.

Humor, wenn es zum Beispiel um Alkoholexzesse von Jugendlichen geht? Wäre da nicht eher ein ernster Ton angebracht?

Ellmeier Natürlich sind solche Vorfälle nicht immer lustig und auch für unsere Kollegen anstrengend. Aber wenn wir zum 100. Mal den Zeigefinger heben, kommt die Botschaft einfach nicht mehr rüber. Unsere Tweets wurden wahrgenommen. Der Humor hat dabei geholfen.

Wie sind denn die Reaktionen?

Ellmeier Überwiegend positiv. Es gab einzelne Leute, die Kritik geäußert haben. Diese Fälle wurden dann natürlich auch sofort geprüft. Aber das waren wirklich nur Einzelfälle.

Hat sich schonmal jemand in Ihren Posts wiedererkannt und bei Ihnen beschwert?

Ellmeier Nein, das ist noch nicht passiert. Wir berichten auch über keine Person so, dass sie identifizierbar ist. Der Datenschutz wird strikt eingehalten. Es geht uns auch definitiv nicht darum, einzelne Personen bloßzustellen. 

Wenn man sich die Tweets so durchliest, bekommt man das Gefühl, sie würden ihre Arbeit richtig genießen. Ist das wirklich so?

Ellmeier Man muss ja grundsätzlich unterscheiden zwischen dem Social-Team und den Kollegen vor Ort. Wir vom Social-Team haben definitiv unseren Spaß! Die Kollegen arbeiten natürlich professionell. Die stehen jetzt nicht da und machen sich über einen Betrunkenen lustig. Aber grundsätzlich haben auch sie Spaß an ihrer Arbeit, denn sie haben sich alle freiwillig für die Wiesn gemeldet.

Wird es solche Aktionen in Zukunft noch öfter geben?

Ellmeier Ja, wir haben so etwas in der Vergangenheit schon gemacht und werden es auch in Zukunft immer mal wieder machen. 

Vivien Ewe führte das Gespräch.

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