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Online-Lexikon in Türkei blockiert
Wikipedia-Gründer von Kongress in Istanbul ausgeladen

Wikipedia-Gründer Jimmy Wales von Kongress in Istanbul ausgeladen
Die Türkei hat den Zugang zu Wikipedia blockiert. FOTO: ap
Istanbul/Washington. Wegen angeblich kritischer Artikel ist das Online-Lexikon Wikipedia in der Türkei blockiert worden. Zudem hat Istanbul nun auch noch den Gründer Jimmy Wales von einem Kongress ausgeladen.

Die Stadtverwaltung teilte am Dienstag mit, Wales sei "von der Gästeliste entfernt worden". Ein Grund wurde nicht genannt. Wales hatte an der internationalen Urbanismuskonferenz World Cities Expo teilnehmen wollen, die vom 15. bis 18. Mai in Istanbul stattfindet.

Die Telekommunikationsbehörde in Ankara hatte am Samstag den Zugang zu Wikipedia mit einer Verwaltungsanordnung blockiert.

Dies wurde damit begründet, dass Wikipedia trotz wiederholter Aufforderungen mehrere Artikel in der englischen Version nicht geändert habe, in denen Terrorismus propagiert und die Türkei der Kooperation mit Terrorgruppen bezichtigt werde.

Wikipedia-Gründer Jimmy Wales. FOTO: afp

Türkische Regierung blockiert regelmäßig Online-Inhalte

"Zugang zu Informationen ist ein grundlegendes Menschenrecht", schrieb der Wikipedia-Gründer Wales daraufhin auf Twitter. Im Kampf für dieses Recht stehe er an der Seite des türkischen Volkes. Die Türkei blockiert immer wieder soziale Medien wie Twitter und Facebook und reduziert nach Anschlägen oder Protesten auch ganz den Zugang zum Internet.

Der türkische Oppositionsabgeordnete Erdal Aksunger sagte dem Onlinemagazin "Al-Monitor", Wikipedia sei eine wichtige Informationsquelle und es könne nicht behauptet werden, dass das Online-Lexikon Terrororganisationen unterstütze. "Leider können Einschränkungen der grundlegenden Menschenrechte in der Türkei leicht umgesetzt werden", sagte der CHP-Politiker.

(AFP)
 
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