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Abo-Dienst "YouTube Red"
Youtube kämpft um seinen Platz auf dem Homescreen

Infos: Das ist Musikstreaming in Deutschland
Infos: Das ist Musikstreaming in Deutschland FOTO: Shutterstock/ollyy
Meinung | Düsseldorf. Mit dem neuen Angebot Youtube Red können Nutzer bald ohne Werbeunterbrechung Videos auf der Plattform schauen – gegen zehn Dollar im Monat. Die Ankündigung zeigt, wie sehr Youtube aktuell um seine Nutzer kämpft. Für diese hat das letztlich nur Vorteile. Von Henning Bulka

Noch sind die Zahlen bei Youtube beachtlich. Mehr als eine Milliarde Nutzer schauen laut Google Videos auf der Plattform an, und das weltweit: Vier von fünf Nutzern kommen nicht aus den USA. Doch es sind keine einfachen Zeiten für den Dienst, wie auch Robert Kyncl, leitend für die Zahlen bei Youtube zuständig, im Gespräch mit "The Verge" offen zugibt.

Eines der Probleme: Schon seit einiger Zeit ist zu beobachten, dass Facebook Videos, die direkt dort hochgeladen werden, deutlich häufiger an die Nutzer ausspielt, als Videos von Fremdanbietern wie Youtube. Ein echter Nachteil für Googles Plattform in einer Zeit, in der viele Facebook als Hauptquelle für Inhalte nutzen – besonders unterwegs, auf dem Smartphone.

Mit dem kostenpflichtigen Abo-Dienst Youtube Red – wenn auch zunächst nur in den USA verfügbar – will Google seinen Videodienst nun ganz klar und deutlich aus der semiprofessionellen Ecke holen und zur Hauptanlaufquelle für hochqualitative Videos und andere Inhalte im Netz machen – auch durch eigene Inhalte wie Serien, die Google unter der Marke "Youtube Originals" produzieren will.

Das Versprechen bei Youtube Red: Wer zu uns kommt, kann gegen kleines Geld nicht nur werbefreie Videos anschauen, sondern kann diese auch offline verfügbar machen – wichtig für die mobile Nutzung bei immer noch kleinen Datenvolumen der Nutzer – und bekommt Zugriff auf einen riesigen Katalog an Musik. Denn Google will seinen Musik-Streamingdienst Google Play Music eng mit Youtube Red verzahnen. Wer ein Musik-Abo kauft, hat auch gleichzeitig Zugriff auf das Premium-Videoangebot. Außerdem gibt es einen eigenen Bereich für Musikvideos. Ein Angriff auch auf Musik-Streaminganbieter wie Spotify.

Für die Nutzer hat dieser Wettstreit zwischen den Anbietern erst einmal nur Vorteile. Das kostenfreie, werbefinanzierte Angebot bleibt wie bisher bestehen – und wer doch 10 Dollar im Monat aufwendet, bekommt Zugriff auf ein Millionen von Inhalten in Bild und Ton. Auch für die Videomacher dürfte sich wenig ändern. Statt Werbeeinnahmen bekommen die Youtuber dann Ausschüttungen aus den Abo-Einnahmen.

Der Kampf um den Platz auf dem Homescreen der Nutzer ist in vollem Gange. Eine gute Zeit für alle Fans von Webvideos.

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