Sender nennt medienpolitische Diskussion als Grund: ZDF beendet Kooperation mit T-Online
zuletzt aktualisiert: 07.07.2004 - 18:37Mainz (rpo). Nach langer und heftiger Kritik beendet das ZDF seine umstrittene Kooperation mit dem Internet-Dienstleister T-Online. Dies bestätigte ein Sprecher des Senders am Mittwoch. Private Medienunternehmen hatten die Kooperation immer wieder kritisiert.
Wie die "Süddeutsche Zeitung" in ihrer Donnerstagsausgabe berichtet, werde der Kooperationsvertrag über die Nachrichten-Site heute.t-online.de nach dessen Auslaufen Ende 2004 nicht verlängert. ZDF-Sprecher Alexander Stock gab als Grund die "medienpolitische Situation" und die Diskussion darüber an. Der Sender reduziere solche Kooperationen allgemein seit Herbst, fügte Stock hinzu.
Kommerzieller Charakter mit öffentlichem Auftrag vereinbar?
An der Kooperation des gebührenfinanzierten Senders mit der börsennotierten Telekom-Tochter hatte es in der Vergangenheit immer wieder Kritik von privaten Medienunternehmen gegeben. Derzeit prüft die EU-Kommission auf Grund einer Beschwerde des Verbands der Privatsender, ob der kommerzielle Charakter der Kooperation mit dem öffentlichen Auftrag des ZDF vereinbar ist. Der Privatsender-Verband hatte sich über unzulässige Schleichwerbung für T-Online beschwert.
Die "Süddeutsche" berichtete in ihrer Donnerstagausgabe, mit dem Schritt wolle ZDF-Intendant Markus Schächter ein Zeichen setzen und solche Nebengeschäfte weitgehend stoppen.
Im Rahmen der Kooperation hatte T-Online demnach jährlich mehr als drei Millionen Euro an den Mainzer Sender für die Nutzungsrechte der ZDF-Nachrichtensendung "heute" gezahlt und Server-Kapazitäten für die Online-Nachrichten bereitgestellt. Im Gegenzug hatte das ZDF bei Nachrichtensendungen die Internet-Adresse heute.t-online.de eingeblendet und dort einen prominenten Link auf die T-Online-Homepage platziert.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum




