Internet- und Telefonverbindungen nach Asien gestört: Millionen Internetnutzer in Asien offline
zuletzt aktualisiert: 20.12.2008 - 09:15Paris (RPO). Defekte Kabel haben für Störungen der Internet- und Telefonverbindung zwischen Europa, dem Nahen Osten und Asien gesorgt. Rund zwei Drittel der Internetnutzer in Indien und Ägypten sind betroffen. Wie die französische Gesellschaft France Télécom mitteilte, waren im Mittelmeer zwischen Sizilien und Tunesien verlegte Unterwasserkabel kaputt.
Medienberichten zufolge sollen drei Untersee-Datenleidungen beschädigt sein. Die Gründe dafür waren zunächst unklar. Besonders betroffen seien die Malediven, Indien und Katar. Aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, Bangladesch, Jemen, Kuwait, Saudi Arabien und Sri Lanka wurden ebenfalls Ausfälle gemeldet. Allein in Indien sind 60 Prozent der User abgeschnitten. In Ägypten sind es sogar 70 Prozent. Das ägyptische Kommunikationsministerium erklärte laut "BAZ Online", dass es mehrere Tage dauern werde, bis das Problem behoben sei. "Wir arbeiten so rasch wir können", erklärte ein Sprecher. Auch France Telekom kündigte an, dass die Kabel so schnell wie möglich repariert werden sollen.
Viele Inder leben von der Internetverbindung
Die Störung der Kommunikationswege trifft besonders die indische Industrie. Dort gehört die IT-Industrie zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen: Rund 700.000 Menschen arbeiten in Unternehmen, die Programmier-Dienstleistungen oder Telefonberatungen über das Internet an ausländische Auftraggeber verkaufen.
Bereits im Januar war es zu Störungen der Kommunikationswege gekommen. Weite Teile des Nahen Ostens und Südasiens waren zwei Tage lang offline. Vor der Küste Alexandrias waren zwei Lichtfaserkabel der britischen FLAG Telecom beschädigt worden. Dadurch war der Internetverkehr teilweise zum Erliegen gekommen. Ein Schiffsanker soll für die Beschädigung der Kabel vor Alexandria verantwortlich gewesen sein.
Techniker überbrückten den Ausfall mit Hilfe von anderen Kabeln und Satelliten. Innerhalb der ersten Tage nach dem Defekt konnten 80 Prozent der Kapazität der üblichen Bandbreite wiederhergestellt werden. Allerdings dauerte es rund zehn Tage, bis die Dienste wieder voll verfügbar waren.Nach Einschätzung von Raman Roy von der Callcenter-Firma Quattro war durch diese Panne ein Fünftel der indischen Computerindustrie vom Rest der Welt abgeklemmt.
Auch 2006 musste Ostasien fast zwei Monate lang Ausfälle hinnehmen, nachdem bei einem Erdbeben in der Nähe von Taiwan mehrere Unterseekabel beschädigt worden waren.
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