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"Quantified Self" im Trend
Neugierige Krankenkassen nutzen Apps zur Datensammlung

Das sind die gängigsten Fitness-Apps und -Tracker
Das sind die gängigsten Fitness-Apps und -Tracker FOTO: dpa, Runtastic
Hamburg. Kassen starten Pilotprojekte zur Erfassung von Körperdaten per App. Es locken Prämien locken, aber Datenschützer sind kritisch.

Krankenkassen entwickeln Apps, um Körperdaten ihrer Kunden zu sammeln. "Quantified Self" heißt ein Trend, bei dem Nutzer Informationen über den eigenen Körper aufzeichnen.

Wie gesundheitsbewusst verhalten sich die eigenen Versicherten? Die Antwort darauf interessiert Krankenkassen brennend, berichtet die Fachzeitschrift "Computer-Bild". Demnach hat die AOK Nordost mit dem Schweizer Fitness-Portal Dacadoo das Pilotprojekt AOK mobil vita ins Leben gerufen. Per Smartphone-App geben die Teilnehmer Daten wie Gewicht und Größe an. Daraus erstellt das Portal einen "HealthScore", der sich durch gesundheitsbewusste Maßnahmen und Sport verbessern lässt.

Kein Einzelfall: Die DAK bietet ihren Mitgliedern die kostenlose App FitCheck fürs Smartphone an. Wer seine Versichertennummer, sein Gewicht und seine Sportaktivitäten angibt, kann über ein Bonusprogramm bis zu 150 Euro sparen. Und Versicherte der Daimler-Betriebskrankenkasse erhalten bis zu 100 Euro Prämie, wenn sie ihre sportliche Leistung mit der App Runtastic belegen.

Datenschützer sehen das kritisch: "Wichtig ist, dass sich Verbraucher freiwillig für Self-Tracking entscheiden und das auch wieder ausschalten können", fordert Marit Hansen vom Datenschutzzentrum Schleswig-Holstein. "Leute, denen Privatsphäre wichtig ist, dürfen keine Nachteile haben."

Doch die Krankenkassen verteidigen ihr Vorgehen: Carolin Wollschläger von der DAK-Pressestelle beteuert, das Sammeln der Bonuspunkte durch sportliche Aktivitäten sei freiwillig, und "es ist nicht damit zu rechnen, dass dies einmal zur Pflicht wird". Gabriele Rähse, Pressesprecherin der AOK-Nordost, betont, die Kasse wisse nicht, welcher Versicherte einen guten oder schlechten HealthScore habe. Experten raten, vorsichtig mit persönlichen Informationen umzugehen. Denn auch die Pharmaindustrie, Arbeitgeber, Versicherungen und Banken sind daran sehr interessiert.

(ots)
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