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Bericht
Amazon stellt "Echo"-Lautsprecher mit Display vor

Amazon Echo Show mit Touchscreen
Amazon Echo Show mit Touchscreen FOTO: dpa, vge
Seattle/Düsseldorf. Amazons vernetzter Lautsprecher Echo könnte im Wettstreit mit Google Home einen deutlichen Satz nach vorn machen: Am Dienstag stellt der weltgrößte Onlinehändler einem Bericht zufolge eine neue Version des Echo vor. Das neue Modell soll einen Bildschirm bekommen.

Auf dem Touchscreen mit sieben Zoll Display-Diagonale könnte die integrierte Assistentin Alexa zusätzliche Informationen bei Antworten auf Fragen des Besitzers zum Beispiel nach Wetter oder Verkehr anzeigen. Das Gerät könne noch am Dienstag präsentiert werden und ab Juni in den Handel kommen, schrieb das "Wall Street Journal" (kostenpflichtig).

Auf angeblichen geleakten Fotos des Geräts im Internet war so etwas wie eine modernere Version eines Radioweckers zu sehen.

Der erste "Echo"-Lautsprecher - ein Überraschungserfolg von Amazon, der den Trend zum Einsatz digitaler Assistenten im Haushalt erst so richtig befeuerte - kommunizierte mit den Nutzern per Sprache. Dass Alexa künftig auch verstärkt visuelle Informationen geben soll, wurde bereits im Februar klar.

Fotos: Amazon Echo & Amazon Dot - neue Sprachassistenten FOTO: dpa, tsn toh

Echo Look als Stilberater

Damals erweiterte Amazon die Software auf seinen Fernseh-Boxen und -Sticks so, dass neben der gesprochenen Antwort auch zusätzliche Informationen auf dem TV-Bildschirm angezeigt werden. Das sind zum Beispiel die Prognose für die nächsten Tage beim Wetter oder das nächste Spiel des Teams bei Fragen nach einem Fußball-Ergebnis.

Zunächst wurden die zusätzlichen visuellen Informationen auf dem TV-Bildschirm bei Alexa-Anfragen nur auf Antworten beschränkt, die direkt von Amazon geliefert werden. Sie werden aber auch für Partner offenstehen. Vor kurzem erweiterte der weltgrößte Online-Händler die "Echo"-Modellpalette auch um die Version "Look" mit einer Kamera.

Damit sollen Nutzer Fotos und Videos von ihrem Outfit aufnehmen können. Angesehen werden sie bisher über eine Begleit-App auf dem Smartphone. Die Software soll auch helfen, sich zwischen verschiedenen Kombinationen von Anziehsachen zu entscheiden.

Amazon Echo Look - Alexa fürs Schlafzimmer FOTO: Amazon

Google, Apple, Microsoft - die Konkurrenz mischt mit

In dem Konkurrenzkampf digitaer Assistenten um die Gunst der Nutzer arbeitet Amazon daran, Alexa in möglichst viele Geräte verschiedener Hersteller zu bringen. Google versucht das gleiche mit seinem Google Assistant und brachte mit "Home" auch einen eigenen vernetzten Lautsprecher auf den Markt. Dieser ist bislang in Deutschland nicht verfügbar.

Apple integriert seine Assistentin Siri in alle Geräte des Konzerns. Und Microsoft brachte seine entsprechende Software Cortana in einem Lautsprecher des von Samsung übernommenen Hifi-Spezialisten Harman Kardon unter.

Unangefochtener Platzhirsch

Amazon ist in den USA der unangefochtene Platzhirsch im Geschäft mit sprachgesteuerten Haushaltshilfen. Die schlauen Lautsprecher Amazon Echo kommen dort auf einen Marktanteil von 70,6 Prozent, wie die Marktforschungsfirma eMarketer am Montag mitteilte. Google Home bringt es demnach auf 23,8 Prozent; den restlichen Markt teilen sich Anbieter wie Lenovo, LG, Harman Kardon und Mattel.

Der Analyse zufolge werden in diesem Jahr 35,6 Millionen US-Verbraucher mindestens einmal im Monat ein sprachgesteuertes Assistenzgerät nutzen. Dies sei ein Anstieg um knapp 130 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. "Da die Preise fallen und die Funktionen mehr werden, finden Verbraucher mehr Gründe, solche Geräte zu nutzen", erklärte eMarketer-Vizechef Martin Utreras.

Amazon Echo ist seit Ende 2014 auf dem Markt. Bislang hat der Konzern aber noch keine Verkaufszahlen für den Lautsprecher herausgegeben. Marktforscher gehen davon aus, das seit dem Verkaufsstart in den USA 10,7 Millionen Echo-Geräte verkauft wurden.

(csr/dpa)
 
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