Ab 1. September: Bahnfahrer können Handy als Zugticket nutzen
zuletzt aktualisiert: 28.07.2006 - 14:40Berlin (rpo). Die Schlangen vor den Fahrkartenautomaten können damit links liegen gelassen werden: Bahnfahrer können sich ab 1. September Zugtickets aufs Handy laden - von unterwegs und bis zehn Minuten vor Abfahrt ihres Zuges. Statt des Fahrscheins wird dem Bahn-Kontrolleur das Handy mit einer Ticket-MMS vorgezeigt. Gezahlt wird per Kreditkarte oder Lastschrift.
Vorraussetzung ist ein Internet- und MMS-fähiges Handy mit Farbdisplay. Nach Angaben der Bahn sind dies 95 Prozent der derzeit verkauften Modelle. Damit können Bahnfahrer beispielsweise von unterwegs - etwa noch im Bus auf dem Weg zum Bahnhof - eine Fahrkarte einschließlich Reservierung kaufen.
Als Handy-Tickets gebucht werden können normale Tickets für Fahrten ab 51 Kilometer Länge in Deutschland sowie Fahrscheine mit Bahncard 25 und Bahncard 50, andere Sonderangebote oder Sparpreise dagegen nicht. Auch kann pro Handy immer nur für eine Person ein Fahrschein gelöst werden. Das Handy-Ticket gilt im Gegensatz zu einigen Fahrscheinen auch nicht zur Weiterfahrt mit Bussen und Bahnen in bestimmten Städten.
Der Buchungswunsch muss bis zehn Minuten vor Abfahrt des Zuges per Handy an die Bahn gemeldet werden, "innerhalb weniger Minuten" wird dann nach Angaben der Bahn die entsprechende Fahrkarte auf das Handy zurückgeschickt. Diese wird durch die speziellen Lesegeräte der Schaffner im Zug kontrolliert. Der Kunde zahlt per Kreditkarte oder Lastschrift.
Die Zusatzkosten für die Handy-Fahrkarte liegen demnach bei höchstens 50 Cent für die Netzverbindung, die für die Buchung aufgebaut werden muss. Die Kosten für die MMS trägt die Deutsche Bahn. Diese investiert in das neue Angebot nach eigenen Angaben einen "geringen sechsstelligen Betrag". Um ein Handy-Ticket kaufen zu können, muss sich der Kunde unter www.bahn.de unter "Mobile Services" ein Mal für den Dienst anmelden. Dies ist bereits ab Montag möglich. "Wir rechnen vor allem bei Jugendlichen und Geschäftsleuten mit einer hohen Akzeptanz", erklärte Bahnvorstand Karl-Friedrich Rausch.
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