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Spielemesse in Essen
Brettspiele funktionieren jetzt mit Smartphone

Spiel 2014: Eindrücke von der Spielmesse in Essen
Spiel 2014: Eindrücke von der Spielmesse in Essen FOTO: dpa, rwe kde
Essen. Die Spieleverlage revolutionieren die klassische Art zu spielen. Eingebunden werden Smartphones oder Tablets. Die Messe Essen zeigt ab heute hunderte neue Spiele - alle können ausprobiert werden. Von Leslie Brook

Noch nie gab es so viele Innovationen auf dem Spielemarkt: Mit 850 neuen Spielen erreicht die Essener Spielemesse einen neuen Rekord. Renner seien weiterhin Brettspiele, sagt der Vorsitzende des Vereins Spieleverlage, Hermann Hutter. Doch gibt es viele neue Formen des klassischen Brettspiels. Wir stellen die wichtigsten Trends vor.

Klassiker neu aufgelegt "Monopoly" kann man jetzt selbst mit Motiven aus dem eigenen Drucker bestücken - es heißt dann "My Monopoly". Die Fotos lassen sich anstelle von Schlossallee und Badstraße auf die Straßenfelder kleben, zusätzlich werden die Spielfiguren mit persönlichen Fotos gestaltet. Beim "Spiel des Lebens" hat das Papiergeld ausgedient. Stattdessen wird mit einer Bankkarte bezahlt. Zum 100. Geburtstag von "Mensch ärgere Dich nicht" gibt es nun Ereigniskarten, mit denen sich Spieler ausbremsen lassen. Ein Kartenspiel ermöglicht das Spielen unterwegs. Für kleinere Kinder gibt es eine Edition mit nur drei Steinen; für Freundinnen eine rosafarbene Prinzessinnen-Variante. Für Liebhaber des Klassikers ist eine Retro-Edition mit Spielfiguren aus Holz und einem goldenen Würfel erschienen. Auch "Scrabble" hat jetzt einen Ableger. Bei "Scrabble Speed" fallen die Buchstabensteine aus einem Turm heraus, und jeder Spieler hat nur eine Minute, um seine Wörter zu legen.

Quizspiele mit Spezialgebiet Fernsehkoch Steffen Henssler ist unter die Spieleerfinder gegangen. "Hensslers Küchenrallye" (Kosmos) ist ein kulinarisches Quizspiel. Enthalten sind 20 Rezepte, die man nachkochen kann, die aber auch als Spielkarten genutzt werden. Ziel ist es, die Zutaten für ein Gericht zu besorgen. Dazu müssen Fragen rund ums Essen und Kochen beantwortet werden. Das Spiel kann auch mit verschiedenen Teams gespielt werden.

Angespielt - die besten Brettspiele für die ganze Familie FOTO: Amigo

Digitale Brettspiele Der wohl größte Trend sind Spielsysteme, die moderne Technik wie Smartphone oder Tablet mit einem Brettspiel kombinieren. Dabei werden Spielfiguren zum Beispiel in ein Videospiel integriert; über die Kamera des Smartphones werden Spielkarten eingelesen. Bei dem Spiel "Microminds" (Ravensburger) machen die Spieler die kleinen Wesen und das Innere eines gestrandeten Raumschiffs auf dem Bildschirm ihres Smartphones sichtbar, es müssen wie bei einem Videospiel verschiedene Level gemeistert werden. Auch für Erwachsene hat Ravensburger digitale Brettspiele auf den Markt gebracht. Das neue System heißt "Smart Play" und wird über eine App gesteuert. Das Smartphone erkennt Spielfiguren oder Würfelergebnisse, ein interaktiver Moderator lenkt die Spieler durch die Runden. Für diese Technik sind bislang drei Spiele bei Ravensburger erschienen, darunter ein Quiz. Ein eGame für Modelleisenbahnfreunde ist "Fun Park" (Rocco): Ein Zug, der auf echten Schienen fährt, wird per Tablet zu Orten in einem virtuellen Freizeitpark gesteuert.

Strategiespiele Unter den neuen Spielen sind dutzende Strategiespiele - gerne werden dafür historische Vorlagen genommen. Die Spieler besetzen zum Beispiel einflussreiche Positionen in den europäischen Adelshäusern des 17. Jahrhunderts und kämpfen um die Vormachtstellung ("Royals") oder sie müssen durch den Bau von Zelten und Handelsstationen einen möglichst großen Rohstoffnachschub sichern ("Bania"). Auch den Deutschen Spielepreis hat in diesem Jahr ein Strategiespiel gewonnen: "Russian Railroads". Spieler müssen Eisenbahnstrecken im späten Zarenreich nachbauen.

Kinderspiele Das Kinderspiel "Feuerdrachen" ist der zweite Gewinner des Deutschen Spielepreises 2014. Es handelt von Drachen und Vulkanen. Die jungen Spieler müssen beim Ausbruch möglichst viele Rubine ergattern. Hier ist Glück beim Würfeln gefragt. Ein lustiges Spiel für draußen ist "Socken Pfeffern", bei dem bunte Socken mit einer bestimmten Schwung-Technik in eine kleine Waschmaschine geschleudert werden müssen. Ein leicht zu erklärendes Spiel, bei dem Kinder auch noch etwas über die Bauweise von Insekten lernen, ist "Bug Race", bei dem Käfer langsam in Richtung eines Apfels klettern müssen - wenn bloß die Beine nicht ständig im Weg wären. Das Kinderspiel des Jahres (Kritikerpreis) ist "Geister, Geister, Schatzsuchmeister", das in einem englischen Herrenhaus spielt. Geister spuken in den Gängen, die Spieler müssen versuchen, sie zu verjagen und gleichzeitig Schätze aus dem Haus zu schaffen. Für die ganz Kleinen eignet sich das Versteckspiel um Hase Miffy. Es ist für Kinder ab sechs Monaten und zeigt, dass etwas, das nicht mehr zu sehen ist, trotzdem noch vorhanden ist.

Regionale Spiele Rheinländer sollten das Brauhausspiel "Köbes" (Emons) ausprobieren. Jeder muss es schaffen, den Gästen so viele Biere wie möglich zu bringen - angeblich nicht nur ein Spiel für Kölner.

Quelle: RP
 
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