Studie: Computerkriminalität kostet Milliarden
zuletzt aktualisiert: 01.09.2010 - 15:31Düsseldorf (RPO). Durch Computerkriminalität entsteht der deutschen Wirtschaft einer Studie zufolge ein jährlicher Schaden in zweistelliger Milliardenhöhe. Ausgespäht würden vor allem die Daten von Kunden, Arbeitnehmern sowie das technische Fachwissen von Unternehmen, heißt es in der am Mittwoch in Düsseldorf vorgestellten Studie.
"Der Schaden liegt höher als bisher angenommen", sagte Alexander Geschonneck von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG. Jedes vierte Unternehmen war demnach in den vergangenen drei Jahren Opfer von Computerkriminalität betroffen. In jedem zweiten Fall wurden sensible Geschäftsdaten entwendet.
Betroffen sind große Konzerne und Mittelständler gleichermaßen. Schäden, die im Einzelfall mehrere Millionen Euro betragen, könnten deshalb gerade mittelständische Firmen schnell die Existenz kosten, wird in der Studie bestont. Inzwischen stuften 86 Prozent der Firmen Computerkriminalität als große Gefahr ein. Besorgt seien vor allem der Maschinenbau und die Autoindustrie.
Täter aus der Firma
Die Täter kommen laut Studie in der Hälfte der Fälle aus der Firma. Auf das Konto krimineller Mitarbeiter gehen demnach vor allem die Delikte Datendiebstahl, Verletzung von Betriebsgeheimnissen, Manipulation von Finanzdaten, Erpressung und Betrug. Tatmotive seien häufig Enttäuschung und das Gefühl, von der Geschäftsleitung nicht genug gewürdigt zu werden. Zu den Tätern von außerhalb gehörten zumeist Dienstleister und Kunden des jeweiligen Unternehmens.
Erleichtert wird den Tätern ihr Werk durch die moderne Kommunikationstechnologie. "Damit gibt es faktisch kein Werkstor mehr, die Unternehmensgrenzen werden durch den Datenverkehr virtuell", sagte Geschonneck. Zudem könnten Konstruktionsunterlagen unbemerkt mit dem Handy abfotografiert und Daten per USB-Stick oder iPod aus der Firma geschmuggelt werden.
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