Festival "Evoke" in Köln: Demos - Kunst mit dem Computer
zuletzt aktualisiert: 27.08.2010 - 12:20Köln (RPO). Sie drehen Musikvideos oder Kurzfilme - und brauchen dafür weder Kameras noch Tänzer oder Kulissen: Die kreativen Programmierer der Demoszene schaffen Kunstwerke am Computer. Am Wochenende zeigt die Szene ihr Können in den Abenteuerhallen in Köln.
Demos sind computeranimierte Filme mit zahlreichen grafischen Elementen, Farb- und Lichteffekten, meisten hinterlegt mit mitreißender Musik. Rund 300 Vertreter der Szene treffen sich vom 27. bis 29. August in den Abenteurhallen Kalk in Köln zum Computerkunstfestival "Evoke". Dort werden die digitalen Kunstwerke programmiert und präsentiert, außerdem feiert sich die Szene natürlich mit DJs und Grillparty. Natürlich ist auch die offizielle Einladung zur Evoke als Demo zu sehen. Das international mehrfach ausgezeichnete Demo "Die Ewigkeit schmerzt" der Demogruppe "neuro" ist hingegen schon ein Klassiker, es nahm 2006 einen Preis von der "Evoke" mit nach Hause - und ist immer noch bedrückend faszinierend.
Der Name Demo hat nichts mit Protesten zu tun, sie heißen so, weil die Künstler damit ihr gesamtes Können demonstrieren. Die Demos sind aber keine Filme, sondern Computerprogramme, die in Echtzeit ablaufen. Die einzelnen Kunstwerke sind meistens Gemeinschaftsarbeit: Für jeden Bereich gibt es Spezialisten, einer programmiert, der andere entwickelt visuelle Ideen, der nächste komponiert die Musik - alles entsteht am Rechner.
Oft kommen die einzelnen Gruppenmitglieder aus verschiedenen Ländern. So ist es nicht ungewohnlich, wenn die Grafk einer Demo aus Deutschland kommt, die Musik dazu aus Schweden und die 3D-Effekte aus Kanada. Führende Länder sind in der Demo-Szene sind Finnland, die Niederlande, Frankreich, Schweden und Deutschland.
Was Demos alles können, zeigen die Gewinner des Wettbewerbs der Evoke 2009: Das Demo "Chameleon" der Gruppe "ASD" hat den PC-Demo-Wettbewerb gewonnen. Das Intro, sozusagen der kleiner Bruder des Demos, "Applied Mediocrity" von "Kakiarts" siegte in der Kategorie 64k. Das Original ist also gerade einmal 64 Kilobyte groß - ein Video davon in halbwegs guter Qualität hingegen hätte schon über 100 MB. Das Intro "Lunaquatic" von "BluFlame" gewann in der Kategorie "4k Intro" . Mit gerade einmal vier Kilobyte Programmgröße ist das Original kleiner als ein leeres Word-Dokument.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum




