Musik, die riecht: Düfte für den MP3-Player
VON SILKE FREDRICH - zuletzt aktualisiert: 05.01.2007 - 14:40 Düsseldorf (RPO). Düfte von Zedern, Orange und Zimt ziehen zu Sarah Connors Song „The best Side of Life“ durch den Raum. Musik allein genügt dem Elektroniker Andreas Paul Wüllner aus Brietlingen bei Lüneburg nicht mehr. „Kombiniert mit Düften ist Musik in einer ganz neuen Dimension zu genießen“, sagt der 43-Jährige.
Der Erfinder des „Dufthandys“, das Düfte aussendet, statt zu klingeln, baute nun ein elektronisches Duftnotensystem für die Verknüpfung von Musik und Duftessenzen. Wird das Patent erteilt, eröffnet sich vor allem Komponisten ein völlig neues Terrain.
Seit vergangenem Sommer ließ ihn die Idee nicht mehr los.
Bei Waldspaziergängen mit Musik im Ohr habe er ständig alle möglichen Gerüche in der Nase gehabt. „Das hat mir im Unterbewusstsein den Kick gegeben“, erinnert sich Wüllner.
Der Prototyp in Form einer 40 mal 25 mal zehn Zentimeter großen Box mit drei Reagenzgläsern und einem Aufsatz für den MP3-Player steht nun auf dem Klavier. Über ein Pedal kann ein Musiker direkt beim Spielen seiner Komposition die Duftnoten in das Gerät geben, das sie verschlüsselt, speichert und für die Wiedergabe wieder entschlüsselt.
Dabei beschränkt sich Wüllner mit Basis-, Herz- und Kopfnoten auf eine Kombination aus drei verschiedenen Düften. „Es werden Duftphasen mit steigernder Intensität der unterschiedlichen Düfte zu ganzen Musikpassagen entwickelt. Auf jede Note ein Duft, das wäre für den Menschen nicht zu verarbeiten.“
Nach Ansicht des Erfinders erhöhe sich zudem der Wiedererkennungswert eines Liedes durch Duft erheblich. Künstler könnten sich so auch mit einem bestimmten Duft identifizieren. Er wolle Sarah Connor seinen Duftremix als neues Markenzeichen anbieten.
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