Gegen Aggressionen: Forscher entwickeln gefühlvollen Computer
zuletzt aktualisiert: 27.12.2005 - 07:02Frankfurt/Main (rpo). Wer häufig mit Computern zu tun hat, weiß: das gute Stück ist mehr als eine Maschine. Viele Nutzer sprechen mit ihrem Computer, flehen, schimpfen oder fluchen. Jetzt wollen Forscher einen Computer entwickeln, der die Gefühle seines Users erkennen kann - und reagiert. Wenn alles klappt, soll der gefühlvolle Rechner auf der CeBit im Frühjahr in Hannover vorgestellt werden.
Aggressionen gegen Computer sind inzwischen zu einem Problem geworden, das durch die dabei entstehenden Schäden ein auf betriebs- und volkswirtschaftlicher Ebene nicht unerhebliches Niveau erreicht hat.
Forscher vom Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung (IGD) in Rostock wollen auf der Messe Cebit im März 2006 nun Techniken zeigen, mit denen der PC einmal auf die Gefühlslage seines menschlichen Gegenübers reagieren könnte. Die erste Frage dabei sei, wie der Computer überhaupt etwas vom Gemütszustand des Menschen erfahren könne, erklärten die Experten. Einige Emotionen wie Körperhaltung, nervöses Fingerspiel oder das Runzeln der Stirn seien offensichtlich und ließen sich per Kamera mit Bildauswertung beobachten und einordnen.
Herz- und Atemfrequenz, Blutdruck, Hauttemperatur und -widerstand seien dagegen subtilere Faktoren. "Wir haben einen Handschuh entwickelt, der solche Parameter mit geeigneten Sensoren misst", sagt Christian Peter von der Abteilung Human-Centered Interaction Technologies. "Ein zugehöriges Gerät wertet sie aus und speichert sie ab. Darüber hinaus arbeiten wir an Techniken, mit denen Mimik erkannt werden kann oder mit deren Hilfe wir emotionsbezogene Merkmale aus Sprachsignalen extrahieren." Wie das alles funktioniert, wollen die Forscher auf der Cebit zeigen, die vom 9. bis 15. März in Hannover stattfindet.
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