Handyverträge: Für wen sich Flatrates lohnen
VON SILKE FREDRICH UND CHRISTIAN DICK - zuletzt aktualisiert: 22.12.2006 - 17:33Düsseldorf (RP). Wer einen Handyvertrag abschließt, muss sich vorher durch einen Tarifdschungel kämpfen. Da scheinen die neuen Pauschalpreise Abhilfe zu schaffen. Doch auch hier gilt: Nicht alle Angebote sind günstig.
Mobil telefonieren ist in Deutschland immer noch vergleichsweise teuer. Deshalb versuchen Mobilfunkanbieter mit so genannten Handy-Flatrates ihr Tarifangebot preislich attraktiver und übersichtlicher zu machen. Gleichzeitig sagen sie den klassischen Festnetzanbietern den Kampf an.
Flatrates gibt es bereits für 20 Euro im Monat. Doch bei dieser Pauschalgebühr bleibt es meist nicht, weil die Flatrate beispielsweise Anrufe in andere Mobilfunknetze nicht abdeckt. Deshalb warnt eine Sprecherin der Verbraucherzentrale NRW vor dem übereilten Abschluss eines solchen Handyvertrages: „In der Regel decken die Flatrates nur Festnetztelefonate und netzinterne Gespräche sowie SMS ab. Wer aber hauptsächlich in andere Netze telefoniert, zahlt drauf.“
Daher sollten Kunden ihre bisherigen Handyrechnungen genau prüfen, um das eigene Telefonieverhalten zu ermitteln. Torsten Elsner von tariftip.de rät vor allem Vieltelefonierern zu einem Flatrate-Angebot. Wer mit seinem Handy nur erreichbar sein möchte, sollte besser zur Prepaid-Karte greifen oder die Preise von Mobilfunkdiscountern vergleichen. „Dort gibt es in der Regel auch einen Preis, der rund um die Uhr gilt“, erklärt Elsner.
Als kleinster deutscher Mobil-funkanbieter hat O2 den Stein ins Rollen gebracht und bietet mit der so genannten Homezone die Möglichkeit, das Mobiltelefon als Telefon zu Festnetzpreisen zu nutzen. Kunden können ebenfalls unter einer Festnetznummer angerufen werden. Wer dazu ein subventioniertes Handy braucht, zahlt monatlich zehn Euro extra. Noch bis Ende des Jahres bietet Base die Weihnachtsflatrate für 20 Euro monatlich. Darin enthalten sind sämtliche Gespräche ins Festnetz, E-Plus-Netz und Anrufe zur Mailbox. Allerdings läuft der Vertrag 24 statt zwölf Monate. Tarife in andere Netze oder ins Ausland sind ebenfalls höher als bei normalen Vertragsangeboten.
Vodafone und T-Mobile bieten mit den Angeboten „Vodafone ZuHause“ und „T-Mobile@home“ ebenfalls eine Flatrate an. Wer bereits einen Mobilfunkvertrag bei einem der Anbieter hat, kann seinen Vertrag erweitern und so sein Handy auch als Festnetztelefon benutzen. Kunden erhalten eine Festnetznummer und haben neben ihrem normalen Telefon von der Telekom ein weiteres Festnetztelefon von Vodafone oder T-Mobile. Anrufer zahlen die üblichen Festnetzpreise.
Allerdings sind Ferngespräche mit vier Cent pro Minute deutlich teurer als mit Call-by-Call-Vorwahlen. Mit monatlichen Grundkosten von bis zu 45 Euro ist die Superflat von Vodafone neben der T-Mobile-Flat das teuerste Angebot. Da beide Anbieter jedoch die meisten Mobilfunkkunden auf sich vereinigen können, ist die Zahl der gebührenfreien Gespräche wesentlich höher als bei der Konkurrenz.
Für Tarifexperte Torsten Elsner ist das Flatrate-Angebot ein weiterer Schritt, das klassische Festnetz abzulösen: „Die übersichtlichen und transparenten Preisstrukturen helfen dabei, Kunden zu überreden, Mobilfunkangebote intensiver zu nutzen.“
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