EMV: Geldautomaten werden sicherer
zuletzt aktualisiert: 27.12.2005 - 07:12Berlin (rpo). EMV, ein von den Zahlkartenanbietern Europay, MasterCard und Visa entwickelter Sicherheitsstandard, wird nun auch in Geldautomaten eingesetzt. Er basiert auf einer fälschungssicheren Chiptechnologie. Besonders während der WM 2006 befürchten Experten einen Anstieg der Betrugsversuche an Geldautomaten. Daher werden jetzt viele Automaten umgestellt.
In Deutschland führt ihn die Postbank als eine der ersten Banken ein. Ab sofort werden schrittweise alle rund 2000 Geldautomaten der Postbank EMV-fähig und bieten damit eine sichere Infrastruktur für MasterCard- und Maestro-Transaktionen. Länder wie Frankreich, Österreich und Großbritannien verfügen bereits über vollständige EMV-Strukturen.
Seit dem 1. Januar 2005 ist der EMV-Standard europaweit verbindlich. Es gilt eine so genannte Haftungsumkehr. Sie besagt, dass internationale Kartenorganisationen nicht mehr für die Umsätze haften, die mit gefälschten Magnetstreifen-Karten bei Händlern oder Banken getätigt wurden, die keine EMV-Infrastruktur unterstützen. Rückbelastungen müssen EMV-Verweigerer künftig selbst tragen.
Spätestens zur Fußball-WM 2006 werden Hunderttausende ausländische Fans mit ihrer Kreditkarte an deutschen Geldautomaten Bargeld ziehen. "Das Betrugspotenzial ist dann leider sehr groß, wenn sich die Banken nicht rechtzeitig mit der EMV-Infrastruktur davor schützen", betont Manfred Krüger von der ConCardis GmbH. Sein Unternehmen hat zusammen mit der Postbank und der GZS Gesellschaft für Zahlungssysteme an der Einführung gearbeitet.
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