Regierungscomputer ausspioniert: Hacker-Angriff auf den PC vom Dalai Lama
zuletzt aktualisiert: 29.03.2009 - 15:27Toronto (RPO). Kanadische Forscher haben einen großen Hackerangriff aufgedeckt. Cyberspione mit Sitz in China sind nach Erkenntnissen der Experten in Computer von Regierungen und privaten Organisationen in 103 Ländern eingedrungen. Betroffen waren demnach unter anderem auch der Dalai Lama und Exiltibeter.
Die genaue Identität und das Motiv der Hacker seien aber weiter unklar, erklärten die in der Gruppe Information Warfare Monitor (IWM) zusammengeschlossenen Wissenschaftler am Samstag nach zehnmonatigen Nachforschungen. Der IWM setzt sich aus Experten der SecDev Group in Ottawa und des Munk-Zentrums für internationale Studien der Universität Toronto zusammen.
Begonnen hätten die Ermittlungen nach dem Vorwurf, dass chinesische Internetspione tibetische Exilorganisationen angegriffen hätten, erklärten die Experten. Sie seien dann aber einem Spionagenetz auf die Spur gekommen, das in rund 1.300 Computer der Außenministerien von Iran, Bangladesch, Lettland, Indonesien, den Philippinen, Brunei, Barbados und Bhutan eingedrungen sei. Außerdem seien Systeme in Botschaften von Deutschland, Indien, Südkorea, Indonesien, Rumänien, Zypern, Malta, Thailand, Taiwan, Portugal und Pakistan gehackt worden.
Die Angreifer installierten auf den Computern Schadprogramme, die Daten von den befallenen Rechnern verschickten. Davon sei auch das Privatbüro des Dalai Lama betroffen gewesen, sagte der Ermittler Greg Walton. Die Untersuchungen zu den Urhebern der Angriffe wiesen zwar zumeist in Richtung China, die genaue Identität der Hacker konnte aber nicht ermittelt werden.
Die Studentin Bhutila Karpoche, die in der Free-Tibet-Bewegung aktiv ist, erklärte, die Computer ihrer Organisation seien zahllose Male in den vergangenen vier bis fünf Jahren angegriffen worden. Oft bekomme sie Viren-verseuchte E-Mails, die zum Absturz der Rechner führten.
Eine Abwehr gegen solche Angriffe ist besonders bei großen Organisationen wie auch Regierungsbehörden schwierig, weil dazu umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen und Zugangskontrollen notwendig sind.
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