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Smartphones verursachen hohen Datenverkehr: Handy-Flatrates droht das Aus

VON ANJA STREICHAN - zuletzt aktualisiert: 08.09.2010 - 16:42

Düsseldorf (RPO). Mit dem Aufstieg der Smartphones werden auch Internet-Flatrates für das Handy immer beliebter. Doch bald könnte Schluss sein mit dem unbegrenzten Download von Bildern, Musik und Filmen. Experten klagen, dass Handynetze durch übermäßige Nutzung von Internet-Flatrates überlastet sind.

Rund 30 Prozent der Telekomkunden nutzen zurzeit ein Smartphone, meist mit entsprechender Flatrate. Im Jahr 2009 erzielte die Telekom eine Milliarde Euro mit Datenumsätzen. "Zwischen 2009 und 2010 ist der Datenumsatz um 54 Prozent gestiegen", so der Dirk Wende, Sprecher der Telekom. Trotzdem suchen die Mobilfunkanbieter aufgrund der steigenden Zahl von mobilen Internetnutzern nach Auswegen, um die Wirtschaftlichkeit der Verträge zu bewahren.

Vertreter des Telekommunikationsverbandes Bitkom glauben, dass es einer "Fair-Use-Policy" bedarf, um die vorhandenen Kapazitäten gerecht zwischen den Nutzern aufzuteilen. Surft ein Mobilfunkkunde zu viel im Netz, sinkt die Übertragungsgeschwindigkeit ab fünf oder zehn Gigabytes. "Schon heute sind im Mobilfunk Flatrates üblich, die bei deutlich überdurchschnittlicher Nutzung die Geschwindigkeit drosseln", so Bitkom-Fachmann Manfred Breul.

Info

Reich und Arm im Netz?

Droht bald eine Zwei-Klassen-Gesellschaft im Netz? Google und der US-Handyanbieter Verizon planen, dass schnelle Datenübertragungen zukünftig mehr kosten sollen. Ein langsamer Internetzugang bliebe kostenlos. Damit würde das Prinzip der Netzneutralität aufgehoben werden.

"Denn wenn Wenige rund um die Uhr Filme aus dem Internet saugen, könnte es eng für andere Nutzer werden." Durch die Drosselung könnte weiterhin mit der Flatrate im Netz gesurft werden – nur langsamer. Eine Flatrate im Sinne einer Internetverbindung, die unbegrenztes Surfen verspricht, gibt es dann aber nicht mehr.

Genau so einen Tarif bietet die Telekom unter anderem bereits an. Überschreitet ein Kunde eine vorher festgelegte Datenmenge, wird die Internetverbindung auf dem Handy langsamer, Videos und Internetseiten brauchen deutlich länger um sich aufzubauen.

Je nach Vertrag kann aber übermäßiges Surfen auch zusätzliche Kosten verursachen: Im kleinsten Tarif der Telekom, der das Surfen bis zu 200 Megabyte erlaubt, kostet jedes zusätzliche Megabyte 49 Cent. "Wir sehen zurzeit aber nicht die Notwendigkeit, die Flatrates abzuschaffen", dementiert Telekomsprecher Dirk Wende.

Die Verbraucherzentral NRW rät Nutzern von Smartphones beim Vertragsabschluss genauer hinzuschauen. Auch wenn das Wort "Flatrate" mit unbegrenztem Surfen locke, das Kleingedruckte verrät, was wirklich dahinter steckt, so die Verbraucherschützer.

In den vergangenen drei Jahren wurden allein in Deutschland 1,9 Millionen iPhones verkauft. "Wir überwachen unser Netz und erweitern es, wenn es Engpässe gibt", sagt Wende. So soll das UMTS-Netz bis Ende des Jahres flächendeckend auf Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 7,2 Mbit/s erweitert werden.

Das Flatrate-Problem beschränkt sich aber nicht nur auf Deutschland. Mittlerweile ist weltweit jedes fünfte Telefon ein so genanntes Smartphone mit dem im Internet gesurft werden kann - und das rund um die Uhr mit günstiger Flatrate. Im zweiten Quartal 2010 gingen damit rund 60 Millionen internetfähige Handys über die Ladentheke.


 
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