kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

Polizei und Feuerwehr klagen: Handys: Immer mehr Missbrauch von Notruf-Nummern

zuletzt aktualisiert: 11.09.2006 - 12:10

Düsseldorf (rpo). Eigentlich sollten sie Notrufnummer 110 und 112 nur absoluten Grenzfällen angewählt werden. Doch Polizei und Feuerwehr beklagen immer häufiger den Missbrauch ihrer Not-Nummern. Im ganzen Land machen sich Jugendliche einen Spaß daraus, die Leitstellen mit falschen Meldungen zu nerven. Schon weil man für deren Anwahl keine Karte und keinen Vertrag braucht, die Notnummernn funktionieren aus Sicherheitsgründen auch ohne.

Wer "einfach so" die Polizei anruft, macht sich strafbar.  Foto: Arnd Petry, gms
Wer "einfach so" die Polizei anruft, macht sich strafbar. Foto: Arnd Petry, gms

Polizisten und Feuerwehrleute kennen das Phänomen: Mittags steigt die Zahl der Notrufe. Pünktlich nach Schulschluss gehen landauf, landab vermehrt Anrufe über die Nummern 110 und 112 bei den Leitstellen ein. In der Regel nicht deshalb, weil Schüler tatsächlich in Not sind, sondern weil sie sich schlicht einen Spaß machen. "Wir hatten mal einen Jungen, der täglich häufig aus Jux die 110 anrief", berichtet Krefelds Polizeisprecher Rainer Behrens. Solche "Dauerkunden" seien allerdings Einzelfälle. Fakt aber ist: Mit dem Verkauf von immer mehr Handys steigt auch die Zahl der Notrufmissbräuche. Seit einigen Tagen gibt es mit bundesweit 82,8 Millionen Mobilfunkanschlüssen erstmals mehr Handys als Einwohner - was den Trend weiter verschärfen dürfte.

Einfach mal das neue Handy testen

Statistisch erfasst werden die nicht ernst gemeinten Anrufe bei Polizei und Feuerwehr nicht. Doch das Problem ist in allen Behörden bekannt. Laut Behrens ist es inzwischen "fast Alltag, dass jemand im Handyladen steht und die 110 wählt, um sein neues Gerät einfach mal auszuprobieren". Denn die Notrufnummern sind die einzigen Anschlüsse, die auch von Mobiltelefonen ohne SIM- oder Prepaid-Karte angewählt werden können. Dann ist es für die Polizei besonders schwierig, den Anruf zurückzuverfolgen. Die große Zahl derer, die sofort wieder auflegen, bereitet der Polizei allerdings weniger Sorge. "Das ist zwar sehr lästig für die Kollegen, verursacht aber keine zusätzliche Arbeit", sagt Behrens.

Mord und Totschlag erfinden

Ernst wird es dann, wenn der Anrufer einen Notfall erfindet und die Beamten bewusst fehlleitet. So täuschte kürzlich ein 48-Jähriger aus Herford während eines Telefonats mit der Rettungsleitstelle einen Herzanfall vor, dann brach das Gespräch plötzlich ab. Polizei und Feuerwehr suchten den Mann mit Fahrzeugen und einem Hubschrauber und orteten ihn schließlich in seiner Wohnung - er war betrunken, aber kerngesund. Für die Einsatzkosten musste er selbst aufkommen, außerdem wurde ein Strafverfahren eingeleitet. In Wuppertal kündigte ein 27-Jähriger sogar ein frei erfundenes Mordgeständnis am Telefon an. Auch seine Nummer wurde zurückverfolgt, seine verdutzte Mutter öffnete den Polizisten die Tür.

Harte Strafen für Missbrauch

Wer erwischt wird, kann hart bestraft werden. Das Gesetz schreibt für Notrufmissbrauch eine Gefängnisstrafe bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe vor. In Zeiten von Fangschaltungen und ISDN kann die Polizei die meisten Anrufe zurückverfolgen. Über die Daten des Mobilfunkanbieters können die Beamten den Handytelefonierer schon jetzt oft bis auf wenige Meter Entfernung orten. "Irgendwann werden die Geräte sowieso alle einen GPS-Empfänger haben. Dann funktioniert die Ortung noch genauer", sagt Mike Filzen, Feuerwehrsprecher in Essen. Er kann der gestiegenen Zahl von Notrufen auch eine gute Seite abgewinnen: "Dank der Handys werden Unfälle heute oft schneller und zahlreicher gemeldet als früher."

Kummertelefon, Auskunft, Zeitansage - die Notrufnummern müssen für vieles herhalten. Manchmal sind die Grenzen zwischen Notfall und Belästigung allerdings fließend. Zum Beispiel, wenn geistig verwirrte oder ältere Menschen anrufen. So wie eine verzweifelte ältere Frau, die sich bei der Kölner Polizei meldete. Sie berichtete von einer Taube, die soeben in ihre Wohnung geflogen war. "Für die Dame war das ein echter Notfall", erinnert sich ein Polizeisprecher. "Also haben wir geholfen. Auf unser Anraten hin hat sie den Vogel mit einem Besen und lautem Geschrei hinausgejagt."

Quelle: afp

 
 
weitere Artikel
 
 
Links zu diesem Artikel
 

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
"Flame" keine Bedrohung für Deutschland

Neuer Computer-Virus

"Flame" keine Bedrohung für Deutschland

Der neue Computer-Virus Flame stellt nach Einschätzung des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) keine Bedrohung für ... mehr 

Actionreicher Sommer plus Hirnschmalz

Neue Konsolenspiele

Actionreicher Sommer plus Hirnschmalz

Eine Drachenjagd in fremden Fantasywelten und Wettrennen auf der Tartanbahn - Konsolenspielern steht ein actionreicher Sommer bevor. mehr 

mehr Digitales
Aus der Region

Neues Smartphone-Flaggschiff von Samsung

Verkauf des Galaxy S3 startet

Computervirus "Flame"

Neue Runde im Cyberkrieg um den Iran

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

V.I.P Duisburg:"Der Checker" - von Vivien Daberkow

Sie kennen es mittlerweile alle. Casting-Shows gibt es noch und nöcher. Die Teilnehmer überschwemmen in der Hoffnung auf den ganz ... mehr 

Mehr Digitales

Neues Smartphone-Flaggschiff von Samsung

Verkauf des Galaxy S3 startet in Deutschland

Der südkoreanische Elektronikriese Samsung hat am Dienstag sein neues Smartphone-Vorzeigemodell Galaxy S3 auf den Markt gebracht. Das Telefon des größten Handyherstellers der Welt ist zunächst in 28 Ländern verfügbar, darunter Deutschland. mehr

 

"Pantone 5" mit Strahlungsdetektor

Neues Handy warnt vor Radioaktivität

Der GAU von Fukushima hat dem japanischen Telekommunikations- und Medienkonzern Softbank Corp eine Geschäftsidee beschert: Ein neues Mobiltelefon namens "Pantone 5" soll seinen Besitzer vor radioaktiver Srahlung warnen. mehr

 
 
 
 

Computervirus "Flame"

Neue Runde im Cyberkrieg um den Iran

Konsolenspiele für den Sommer 2012
Konsolenspiele für den Sommer 2012
Eine Drachenjagd in fremden Fantasywelten .. mehr 
 
Konsolenspiele für den Sommer 2012
Konsolenspiele für den Sommer 2012
Eine Drachenjagd in fremden Fantasywelten ..
mehr 
Dieses Handy soll vor radioaktiver Strahlung warnen
Dieses Handy soll vor radioaktiver Strahlung warnen
Der japanische Telekommunikationskonzern ..
mehr 
Kim Kardashian twittert gegen Langeweile
Kim Kardashian twittert gegen Langeweile
Sonnebrand! Die in Hollywood vor allem durch Rote-Teppich-Auftritte be ..
mehr 
2004 bis 2012: Chronologie des Facebook-Aufstiegs
2004 bis 2012: Chronologie des Facebook-Aufstiegs
In rund acht Jahren hat Facebook es von einem Studenten-Projekt zum Mi ..
mehr 
Anzeige:
Top-Services