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AV-Receiver auf der IFA
Die Schaltzentrale der Zukunft
AV-Receiver: Mittelpunkt des Heimkinos
AV-Receiver: Mittelpunkt des Heimkinos FOTO: dpa, Alex Ehlers
Berlin . Ein AV-Receiver ist der Mittelpunkt des Heimkinos: Jedes Signal, ob Audio oder Video, muss zunächst hier durch. Auf der IFA zeigen die großen Hersteller unter anderem neue Bedienkonzepte und Möglichkeiten, die Alleskönner in ein Netzwerk einzubinden.

Fernseher, DVD- und Blu-ray-Player sowie die Boxen: Was sie alle verbindet, ist der AV-Receiver. "A" und "V" stehen für "Audio" und "Video". Als Schaltzentralen im Wohnzimmer sind die Receiver dafür verantwortlich, dass Töne und Bilder überall in bestmöglicher Qualität ankommen.

Doch damit nicht genug: Auf der IFA in Berlin (noch bis 5. September) zeigen die Hersteller den Receiver der Zukunft. Er soll leichter zu bedienen sein und seine Inhalte zunehmend auch vom Rechner, der Netzwerkfestplatte oder aus dem Internet beziehen.

Einen wichtigen Trend haben sich die AV-Receiver von anderen Geräten wie Fernseher und Telefon abgeschaut: "Der Begriff 'Smart' ist inzwischen auch für Receiver sehr wichtig", sagt Thorsten Eckart, Marketingdirektor Europa bei Yamaha. Damit meint er unter anderem neue Bedienkonzepte, bei denen Smartphone und Tablet den Receiver per App steuern. "Gerade für Einsteiger ist das oft leichter zu lernen als eine neue Fernbedienung", erklärt Eckart. "Denn auch wenn das Smartphone eigentlich komplizierter ist, sind sie damit schon vertraut."

Zudem kann der Receiver über das Handydisplay besser Rückmeldungen und Feedback geben. So gelangen auch Laien zu den etwas ausgefalleneren Funktionen. Vielfach ist es inzwischen zum Beispiel üblich, dass die Receiver ihren Klang automatisch an den Raum anpassen können, in dem sie stehen - das gelingt aber besser, wenn der Nutzer die Anweisungen des Systems auch versteht.

Solche Ansätze hält auch Roland Krüger vom Receiver-Hersteller Denon für wichtig: "Bei dem wachsenden Funktionsumfang muss man sich als Hersteller zwangsläufig die Frage stellen, wie man den A/V-Receiver für jedermann beherrschbar machen kann."

Neben Smartphone-Apps und Installations-Assistenten geht das zum Beispiel über eine Reduzierung der analogen Eingänge - möglich ist das, weil heutzutage ohnehin das Meiste digital über HDMI läuft. Knöpfe und andere Bedienelemente sind bei Receivern zwar noch immer zahlreich vorhanden, verschwinden aber immer öfter hinter einer Klappe.

Von Yamaha gibt es auf der Messe unter anderem die neue Serie Aventage zu sehen. Ein bemerkenswertes Detail ist ein fünfter Standfuß in der Mitte des Gehäuses, der für weniger störende Vibrationen und damit besseren Klang sorgen soll. Außerdem haben sie einen sogenannten Ecomodus, der nach der Aktivierung durch den Nutzer nicht benötigte Komponenten abschaltet und so Strom spart - bis zu 20 Prozent im Vergleich zum regulären Betrieb, verspricht der Hersteller. Der Preis reicht je nach Ausstattung von 849 Euro für den RX-A820 bis 2049 Euro für das Spitzenmodell RX-A3020.

Unabhängig vom Preis gibt es bei einem Großteil der Receiver inzwischen zahlreiche Möglichkeiten zur Vernetzung. Die Geräte können zum Beispiel über das Internet auf Radiosender oder Streamingdienste wie Spotify und Last.fm zugreifen. Wichtig für die Vernetzung im Heimnetzwerk ist, dass ein Receiver den Netzwerkstandard DLNA (Digital Living Network Alliance) unterstützt. Damit haben es Geräte wie Receiver, PC und Netzwerkfestplatte leichter, sich gegenseitig im Netzwerk zu finden und Dateien oder Streams miteinander zu tauschen.

Tief in die Tasche greifen müssen Verbraucher für dieses Feature nicht: "DLNA gibt es bei uns schon in Modellen ab 350 Euro", sagt Jürgen Timm von Pioneer, der auf der Messe mehrere neue Receiver zeigt.

Darunter sind zum Beispiel die 9.2-Kanal-Modelle SC-LX86, SC-LX76 und SC-LX56. Die zahlreichen Kanäle sind dafür gedacht, über die sogenannte Zonensteuerung Lautsprechersysteme für mehrere Räume einzurichten. So können Nutzer zum Beispiel ein 5.1-System im Wohnzimmer aufbauen, mit dem Receiver gleichzeitig noch Stereoboxen im Schlafzimmer oder der Küche versorgen.

Neben DLNA bieten immer mehr Hersteller, meist allerdings für etwas mehr Geld, auch Apples Standard Airplay an. Dieser ermöglicht den drahtlosen Austausch von Musik und anderen Inhalten zwischen iPhone, iTunes und Endgeräten. Pioneer unterstützt außerdem in mehreren Geräten HTCs eigenen Standard HTC Connect.

Der ist im Gegensatz zu Airplay aber nicht komplett eigenständig, sondern erweitert bereits vorhandene DLNA-Verbindungen. Solche Lösungen könnte es in Zukunft von mehreren Herstellern geben, glaubt Jürgen Timm: "DLNA kann man als grundsolide Plattform bezeichnen. Zusätzliche proprietäre Standards geben uns aber die Chance, mehr Funktionen und bessere Qualität einzuführen."

Für den Verbraucher würde das aber auch bedeuten, dass er beim Einkauf eines Receivers oder Handy mehr aufpassen muss: Die beste und komfortabelste Übertragungsqualität gibt es dann nur, wenn beide Geräte miteinander kompatibel sind.

Mehr Qualität ist auch für Roland Krüger von Denon das passende Stichwort: "Aktuell spielt die Unterstützung für hochauflösende Tonformate eine große Rolle". Denon stellt keine eigenen Geräte auf der IFA aus, der Trend zu Audioformaten ohne Qualitätsverlust zeigt sich aber auch anderswo, zum Beispiel bei Onkyos neuem Receiver-Flaggschiff TX-NR5010.

"High-Quality-Audio ist zurzeit noch ein Thema für die ganz Audiophilen", sagt Nick Hamada, Produktmanager Europa des Unternehmens. Er rechnet aber damit, dass sich das in Zukunft ändern wird. "Die Infrastruktur dafür ist da: Die Kunden haben immer mehr Speicherplatz, auf Computern, Smartphones und in der Cloud. Und auch die Bandbreite dafür gibt es." Wichtig ist das vor allem, weil die sogenannten Lossless-Audio-Dateien unkomprimiert und damit sehr viel größer als gewöhnliche MP3-Dateien sind.

Außerdem kann der neue Onkyo-Receiver, genau wie viele andere Messepremieren, die neue und extrem hohe TV-Auflösung 4K weiterreichen. Fernseher, Blu-ray-Player und Inhalte in diesem Format sind allerdings aktuell noch Mangelware - die ersten Geräte gibt es ebenfalls auf der IFA zu sehen.

Quelle: dpa
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