Streit um Einsicht in Nachrichten: Indien will bis Monatsende Zugang zu Blackberry-Diensten
zuletzt aktualisiert: 12.08.2010 - 20:48Neu Delhi (RPO). Im Streit um staatliche Einsicht in verschlüsselte Nachrichten über Blackberry-Telefone hat nun auch Indien eine Frist gesetzt. Die indischen Telefongesellschaften hätten bis Ende des Monats Zeit, den Sicherheitsbehörden den Zugriff auf die Kommunikation über die Telefone zu ermöglichen, teilte das Innenministerium in Neu Delhi am Donnerstag mit. Ansonsten werde die Regierung die verschlüsselten Messenger- und E-Mail-Dienste sperren lassen.
In der vergangenen Woche hatte Saudi-Arabien die Blackberry-Dienste kurzzeitig abgeschaltet, um den kanadischen Blackberry-Hersteller Research in Motion (RIM) zu Zugeständnissen zu bewegen. Die saudiarabische Telekommunikationsbehörde meldete darauf "Fortschritte" in den Verhandlungen mit der Firma und schob die drohende dauerhafte Abschaltung bis auf weiteres auf.
Gespräche in Indien bisher ohne Ergebnis
In Indien sind die Telekommunikationsunternehmen, die Blackberry-Dienste anbieten, rechtlich dazu verpflichtet, den Geheimdiensten Zugang zu sämtlichen Telefondienstleistungen zu gewähren. Gespräche zwischen Innenstaatssekretär G.K. Pillai, Sicherheitsvertretern und Anbietern verliefen am Donnerstag allerdings "ohne Ergebnis", wie aus dem Innenministerium verlautete. RIM äußerte sich zunächst nicht zu dem Fall.
Für das Unternehmen ist das einwohnerreiche Indien ein äußerst wichtiger Markt: Bis heute nutzen dort bereits eine Million Mobilfunkkunden Blackberry-Dienste. Allerdings befürchtet die Regierung, dass sich Aufständische über die hochverschlüsselten Blackberry-Dienste organisieren. Zum Beispiel hatten Attentäter die Anschläge in Mumbai im Jahr 2008 über Mobil- und Satellitentelefone koordiniert.
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