Apple reagiert nach Kritik an Bewegungsprofilen: iPhone bekommt Software-Update
zuletzt aktualisiert: 05.05.2011 - 17:19San Francisco (RPO). Nach Kritik von Datenschützern hat der Computerkonzern Apple eine Gratis-Aktualisierung seines umstrittenen Betriebssystems für iPad, iPhone und iPod touch bereitgestellt. Das Software-Update iOS 4.3.3 reduziere den Zwischenspeicher für Standortdaten, teilte der Konzern am Mittwoch auf seiner Internetseite mit.
Vor zwei Wochen war Apple wegen des Betriebssystems der betroffenen Geräte kritisiert worden: Britische Forscher hatten berichtet, dass die Geräte Bewegungsprofile der Nutzer für mehr als ein Jahr speicherten.
Nach der Aktualisierung des Betriebssystems würde der Zwischenspeicher mit den Standortdaten automatisch gelöscht, sobald die Ortungsdienste abgeschaltet seien, teilte Apple mit. Auf eine Sicherungskopie dieses Speichers verzichte die neue Software-Version.
Apple hatte stets dementiert, die genauen Aufenthaltsorte seiner Nutzer aufzuspüren. "Apple hat das nie getan und hatte nie vor, so etwas zu tun", hatte der Konzern Ende April mitgeteilt. Die Geräte protokollierten nicht den Standort der Nutzer, sondern lediglich nahe gelegene Zugangspunkte für drahtloses Internet und Mobilfunkmasten. Gleichzeitig hatte das Unternehmen jedoch einen Software-Fehler eingestanden. Dieser sei dafür verantwortlich, dass die Geräte so viele Daten über einen so langen Zeitraum gespeicherten hätten.
Die deutschen Datenschützer fordern generell einen verbesserten Schutz der Daten von Smartphone-Besitzern. Wer ein Smartphone benutze, dürfe deswegen nicht die Herrschaft über seine Daten verlieren, erklärte der nordrhein-westfälische Datenschutzbeauftragte Ulrich Lepper am Donnerstag nach einer Sitzung der deutschen Datenschutzaufsichtsbehörden in Düsseldorf. "Wir wollen, dass die Unternehmen schon bei der Konzeption ihrer Hard- und Software dafür sorgen, dass die Nutzerinnen und Nutzer von Smartphones ihre Datenschutzrechte leicht wahrnehmen können."
Heimliche Datenerhebungen etwa von Standortdaten seien ein schwerwiegender Eingriff in die informationelle Selbstbestimmung. Nutzer müssen stets wissen können, welche Daten ihr Smartphone oder eine Applikation über sie speichert oder versendet, forderten die Datenschützer. Sie müssten auch ohne Schwierigkeiten nicht gewollte Datenerhebungen unterbinden können. "Hier sind vor allem die Hersteller in der Pflicht, die Geräte und die Software so zu konzipieren, dass heimliche Datenerhebungen via Smartphone ausgeschlossen werden", mahnte Lepper. "Die Nutzer müssen selbst entscheiden können, wem sie ihre persönlichen Daten für welchen Zweck zur Verfügung stellen wollen."
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