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Online-Speicher oder externe Festplatte: Neue Heimat für Daten gesucht

zuletzt aktualisiert: 20.11.2006 - 19:52

Hannover/Wiesbaden (RPO). Programme, Bilder, Videos, Musik - der Speicherplatz einer jeden Festplatte ist endlich, wie viele Computernutzer bereits festgestellt haben dürften. Dann gibt es nur noch zwei Möglichkeiten: löschen oder die Daten auslagern. Aber wie?

Die Lösung hängt nicht zuletzt von der Art der zu speichernden Informationen ab. Fotos etwa oder Dokumente, auf die nicht dauernd zugegriffen werden soll, könnten gut auf eine DVD gebrannt werden, rät Jaroslav Smycek von der Verbraucherzentrale Niedersachsen in Hannover. Vorausgesetzt, die Daten bedürfen keiner Aktualisierung mehr. Auch für die regelmäßigen Backups seien DVDs geeignet.

Beim Archivieren auf DVD gebe es vor allem zwei Dinge zu beachten, sagt Peter Knaak von der Stiftung Warentest in Berlin: "Nutzen Sie zum einen kratzfeste Rohlinge." Zu erkennen seien diese an der Bezeichnung "Scratchproof". Der zweite Punkt betrifft das Brennen selbst - Knaak zufolge ist es ratsam, auf die so genannte Multisession-Option zu verzichten. Die Möglichkeit, der DVD nach und nach in mehreren Brennvorgängen Daten hinzuzufügen, berge ein erhöhtes Risiko für den Verlust der bereits auf der DVD vorhandenen Daten. "Also besser in einem Rutsch durchbrennen."

Je nachdem, ob es sich um eine einlagig oder zweilagig zu beschreibende DVD handelt, bietet sie etwa 4,5 oder 9 Gigabyte Speicher. Das genügt für viele Fotosammlungen und für Schriftstücke allemal. Die private digitale Videothek bringt man laut Karsten Violka von der in Hannover erscheinenden Zeitschrift "c't" dagegen am besten auf einer externen Festplatte unter. Diese Geräte sind nicht größer als ein Buch und werden in der Regel über die USB-2.0-Schnittstelle mit dem Computer verbunden.

Externe Festplatten seien kaum noch teurer als ein Gerät zum Einbauen, sagt Karsten Violka. Zum Beispiel kostet ein 320 Gigabyte großes Exemplar rund 130 Euro. Unter Windows XP ist die Einbindung einer externen Festplatte kein Problem. Verbraucherschützer Jaroslav Smycek rät jedoch, bei der Verwendung älterer Betriebssysteme wie Windows 98 oder Windows 2000 darauf zu achten, dass mit der Festplatte auch entsprechende Treiber geliefert werden.

"Ein wichtiger Vorteil von externen Festplatten besteht in ihrer Flexibilität", sagt Volker Hoffmann vom Hersteller Teac in Wiesbaden. Die Verbindung zum Rechner lässt sich schnell auf- und wieder abbauen. Man kann das Gerät daher einfach mitnehmen und an andere Rechner anschließen. Allerdings läuft der Zugriff auf die Daten nicht ganz so schnell, als würde die Festplatte im Rechner stecken. Aus diesem Grund sollten auf der externen Festplatte keine Programme installiert werden, raten die Experten.

Zweite Festplatte im PC

Wer kein zusätzliches Gerät auf, unter oder neben dem Schreibtisch stehen haben möchte, kann auch eine zweite Festplatte in den PC einbauen. "Das setzt jedoch etwas Erfahrung voraus", sagt Violka. Moderne Serial-ATA-Festplatten seien aber relativ unkompliziert: Man muss nicht mehr wie bei älteren Festplatten die so genannten Jumper, kleine Stecker auf der Rückseite der Festplatte, setzen.

Neben externen Festplatten mit USB-Anschluss werden auch so genannte Netzwerkspeicher angeboten, etwa von Netgear. Diese Geräte fassen je nach Ausführung eine oder mehrere Festplatten. Und sie besitzen eine IP-Adresse, wodurch sie in ein Netzwerk eingebunden werden können. "So kann von mehreren Rechnern auf die gespeicherten Daten zugegriffen werden", erklärt Knaak. Außerdem werden sie über Ethernet-Kabel mit dem Rechner beziehungsweise mit einem Router verbunden. Die Datenübertragung ist so schneller als mit USB 2.0.

Weltweiter Zugriff auf die Daten

"Doch wie DVDs halten auch Festplatten nicht ewig", warnt Peter Knaak. Irgendwann müssten die Archive deshalb erneut - vielleicht auf einem dann neuen Medium - gespeichert werden. Da stellt sich die Frage, warum der Anwender die Datenlagerung nicht gleich den Profis überlässt: Es gibt beispielsweise verschiedene Anbieter von Online-Speicherplatz. Dazu gehören etwa Freemail-Plattformen.

Grundsätzlich sei das eine gute Idee, meint Peter Knaak. "So hat man weltweit Zugriff auf seine Daten." Doch gerade sensible Informationen möchte man vielleicht nicht unbedingt Dritten überlassen. Jaroslav Smycek rät daher, die Daten für die Online-Speicherung unbedingt zu verschlüsseln. Ob es sich lohnt, Daten online zu speichern, hängt laut Smycek aber auch von der Geschwindigkeit der Internetverbindung und davon ab, ob man eine Flatrate besitzt. Sollen nämlich mehrere Gigabyte hochgeladen werden, kann das Stunden dauern.

Karsten Violka sieht jedenfalls keine Alternative zur zweiten beziehungsweise zur externen Festplatte. Liegen die Daten auf DVD oder online, seien sie nicht dort, wo man sie eigentlich braucht. "Meine MP3-Sammlung will ich doch schließlich auf dem Rechner haben, um jederzeit darauf zugreifen zu können."

Quelle: gms

 
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