Alternative zu Microsoft: OpenOffice 3.0 ist da
VON SILKE FREDRICH - zuletzt aktualisiert: 13.10.2008 - 21:53Düsseldorf (RP). Die Office-Alternative „OpenOffice.org” des Herstellers Sun Microsystems hat sich in den vergangenen Jahren in immer mehr Büros als günstige Software-Ausstattung etabliert.
Die Programme Writer, Calculator und Impress bilden dabei das Pendant zur teuren Microsoft-Variante Word, Excel und Powerpoint. Dennoch konnte die Gratis-Bürosoftware OpenOffice den Marktführer nicht verdrängen, weil sie einige Macken hatte. Die Version 3.0 soll diese nun ausmerzen. Ein Überblick über die neuen Funktionen:
Systeme Mit den bisherigen Versionen von OpenOffice war eine problemlose Installation nur auf Windowsrechnern möglich. Die Nutzung auf Mac-Rechnern von Apple war nur über Umwege möglich. Die Version 3.0 soll jetzt auch dort problemlos laufen.
Start Eine weitere Neuerung ist das Startcenter, über das die einzelnen Anwendungen gezielt gestartet werden können.
Writer Die Textverarbeitungsanwendung Writer hat einige neue Funktionen erhalten, die sie nun um einiges näher an die Microsoft-Variante Word heranbringt. Anwender, die mit größeren Dateien hantieren müssen, können künftig mehrere Seiten gleichzeitig bearbeiten. Bis zu sechs Seiten sind nebeneinander sichtbar. Diese Funktion soll helfen, bei unübersichtlichen Dokumenten den Kontext nicht zu verlieren. Auch das Anlegen von Bemerkungen am Text wurde verbessert. Anstatt kleine gelbe Rechtecke im Layout der Seite anzuzeigen, gibt es nun eine komplette rechte Leiste. Das bringt weitere Übersichtlichkeit bei Anmerkungen.
Calculator Tabellen können mit OpenOffice jetzt von mehreren Nutzern gleichzeitig bearbeitet werden. Der Eigentümer des Tabellendokuments kann die neuen Daten integrieren. Zudem kann das Programm ab sofort mit deutlich größeren Tabellen umgehen. Statt 256 sind in der neuen Version bis zu 1024 Spalten möglich.
Präsentationen Das Pendant zu Power-Point ist insgesamt einfacher geworden. Das Zuschneiden von Bildern im Programm Impress funktioniert wie in den meisten anderen Anwendungen durch das Ziehen von Punkten, die sich an den Enden und Ecken des Bildes befinden. Impress unterstützt jetzt zudem das direkte Einfügen von Tabellen in Präsentationen.
Formate Mit der neuen Version von OpenOffice lassen sich jetzt auch Dateien von Microsoft-Office öffnen, bearbeiten und speichern, ohne dass zuvor angelegte Formatierungen zerschossen werden. Weiterhin lassen sich PDF-Dokumente importieren und können anschließend mit dem Grafikprogramm Draw weiterverarbeitet werden. Mithilfe einer so genannten Import-Erweiterung kann OpenOffice zudem PDF-Dateien importieren, auch wenn die Original-Quelldatei nicht mehr vorhanden ist. Dabei beschränken sich die Möglichkeiten nicht nur auf eine Ansichtsfunktion, sondern Nutzer können sogar Veränderungen vornehmen. Allerdings raten Experten vom Gebrauch ab, wenn es sich um wichtige Dokumente handelt, da noch nicht immer alles einwandfrei funktioniert.
Marktanteile Der aktuelle Versionssprung kommt in einer Zeit, in der der Markt um Bürosoftware hart umkämpft ist und in der Microsoft immer mehr Anteile verliert. International gesehen setzen sich kostenlose Software-Alternativen immer mehr durch. Google versucht mit seinem Angebot zudem, die Programme onlinebasiert zur Verfügung zu stellen. Vorteil: Ausgesuchte Personen können auf Dokumente und Tabellen zugreifen und diese ergänzen. Die lokalen Festplatten werden entlastet. Nachteil: Die Daten können von Hackern gestohlen werden. Dennoch nutzen insbesondere Schwellenländer die kostenlosen Office-Alternativen. In Brasilien beispielsweise hat OpenOffice.org einen Marktanteil von 25 Prozent, was zwölf Millionen Nutzern entspricht.
Download Die aufgepeppte Version von OpenOffice.org können Anwender ab sofort im Internet kostenlos herunterladen. Die Adresse für die deutschsprachige Version lautet: http://de.openoffice.org/. Alternativ geht es auch über die Adresse: http://download.openoffice.org/
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