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Ausstellung Venus 2.0: Pamela Anderson, wie wir sie noch nie gesehen haben

VON CHRISTOPH SCHROETER - zuletzt aktualisiert: 30.12.2009 - 07:51

Berlin (RPO). Gibt man "Pamela Anderson" in der Google Bildersuche ein, so bekommt man über 2,7 Millionen Treffer. Ein echter Volltreffer für den US-Künstler Mark Napier. Der hat sich mit der drallen Blondine nämlich ein ganz besonderes Kunstprojekt ausgedacht.

Venus 2.0 ist eine von dem Künstler selbst geschriebene Software, die Körperteile von Pamela Anderson aus hunderten von Bildern, die im Internet von ihr verfügbar sind, zusammensucht. Aus diesen flachen und fragmentarischen Abbildern einer der erotischen Ikonen unserer Zeit erschaffen Programm und Künstler dann eine bewegte, dreidimensionale Figur.

Eine Venusskulptur bestehend aus den „Rohmaterialien“ unserer Zeit: Daten und Information. Jede Epoche in der Geschichte hat eine eigene Darstellung der „Venus“ als Symbol weiblicher Schönheit hervorgebracht, die in der jeweiligen Epoche zeitgemäß war.

Das Internet als ein neues Medium ist prägend für unser Zeitalter und hat das menschliche Zusammenleben bereits grundlegend verän­dert. Pamela Anderson ist mit dem schnellen Wachstum des Internets groß geworden. Ihre Karrie­re von einer Amateur-Erotikdarstellerin zu einem festen Platz im Kreis der Sex-Ikonen verlief parallel zur explosionsartigen Expansion des Netzes.

Auch ihre Einstellung zur Gestaltung ihres Körpers durch ästhetische Chirurgie ist symptomatisch für unsere Zeitepoche. Zudem sie ist ge­mäß dem Guiness-Buch der Rekorde die am meisten erwähnte Frau im Internet.

Formal entsteht bei Napiers Bildern eine Komposition aus sich überlagernden, geschichteten Fragmenten als Refe­renz zu der vorhandenen Bilderflut im Internet. Als ausgebildeter Maler ist Mark Napier in der Kom­position seiner Arbeiten auch immer durch die Kunstgeschichte der Malerei beeinflusst. Auch die Serie Venus 2.0 zeigt Referenzen zu Picassos „Les Demoiselles d'Avignon“, den Portraits von Francis Bacon und steht in der Tradition der abstrakten Formsprache von Duchamps „Akt, eine Treppe herabsteigend“.

Der 1962 geborene Mark Napier ist einer der bekanntesten Künstler im Bereich der Net Art, der Netz­kunstarbeiten unter anderem für das Whitney Museum of American Art, die Guggenheim Foundation und das San Francisco Museum of Modern Art angefertigt hat. Seine frühen Arbeiten sind inzwischen als Klassiker der Netzkunst angesehen.

Die Galerie [DAM]Berlin zeigt ausschließlich digitale Kunst und gehört nach eigenen Angaben weltweit zu den führenden Galerien in diesem Bereich.

Ausstellung Venus 2.0
Galerie [DAM]Berlin
Tucholskystr. 37
10117 Berlin
bis zum 27. Januar 2010
Die Galerie ist in der Zeit vom 21.12. – 04.01.2009 nach Vereinbarung geöffnet

Quelle: csr/tim

 
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