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Umfrage zur Nutzung im Unterricht: Schulen vernachlässigen Computer-Kenntnisse

VON DANA SCHÜLBE - zuletzt aktualisiert: 18.11.2010 - 18:18

Berlin (RPO). Fast alle Jugendlichen besitzen ein Handy, und das Internet ist für sie längst zum Alltag geworden. Im Schulunterricht allerdings werden diese Ressourcen noch immer nicht ausreichend genutzt. Das zumindest ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage unter Schülern.

"Die Schulen drohen sich immer weiter von der Lebenswirklichkeit ihrer Schüler zu entfernen", sagt August-Wilhelm Scheer, Präsident vom Branchenverband Bitkom zu den Ergebnissen der Umfrage. "Die Geräte fristen allzu oft ein Mauerblümchendasein."

500 Schüler zwischen 14 und 19 Jahren hat das Forsa-Institut für den Verband befragt. Das Ergebnis: 43 Prozent der Jugendlichen nutzen den PC gar nicht oder seltener als einmal pro Woche im Unterricht. Gerade eimal 15 Prozent nutzten den Computer täglich.

Dabei - so stellt die Umfrage ebenfalls fest - sei die Ausrüstung selbst vorhanden. Demnach verfügten 95 Prozent der Einrichtungen über einen PC, 92 Prozent über einen Beamer und 85 Prozent über CD- oder DVD-Player.

Hilfe bei Hausaufgaben

Tatsächlich zeigen immer wieder Studien, wie wichtig der Computer inzwischen für die Kinder und Jugendlichen geworden ist. Bei Hausaufgaben, Semesterarbeiten, Aufsätzen - das Internet mit seinen Suchfunktionen ist ein alltägliches Mittel zur Recherche geworden. Laut der Umfrage nutzen 30 Prozent der Gymnasiasten den PC täglich für die Hausaufgaben, bei den Realschülern sind es 21 und insgesamt 25 Prozent.

Und nicht nur das, auch in der Berufswelt werden Computer- und Internetkenntnisse immer wichtiger. Ganz abgesehen davon, dass vor allem Ingenieure in der Arbeitswelt vermehrt nachgefragt werden. Dass Jugendliche Interesse an solchen Berufen haben, zeigt die Umfrage ebenfalls. 58 Prozent der Befragten könnten sich vorstellen, später einmal als Informatiker, Ingenieur oder Naturwissenschaftler zu arbeiten.

Doch gerade für den IT-Bereich wären Kenntnisse wie etwa das Programmieren einer Seite hilfreich, um erfolgreich in den Beruf starten zu können. Laut der Umfrage allerdings gestaltet gerade einmal ein Fünftel der Schüler im Unterricht Webseiten, beim Programmieren sind es 38 Prozent. Am häufigsten (88 Prozent) wird der Rechner für die Internetrecherche genutzt.

Unterricht interessanter

In Zeiten internetfähiger Handys und schneller DSL-Leitungen wünschen sich auch die Schüler, dass der Unterricht mehr auf die aktuellen Entwicklungen eingehen würde. So sind 92 Prozent der Ansicht, dass neue Medien den Unterricht viel interessanter machen würden, und 79 Prozent glauben sogar, dass sie dann Inhalte besser verstehen könnten.

Allerdings wünschen sich die Schüler auch eins: Dass die Lehrer besser geschult werden hinsichtlich der modernen Kommunikationsmittel. Und das könnte tatsächlich das Hauptproblem bei der Verwendung von PCs in der Schule sein. Denn im Gegensatz zu den Lehrern sind die heutigen Schüler mit Computer und Internet groß geworden.

Bei den Lehrkräften dagegen gibt es sicherlich den ein oder anderen, der nicht ganz so internetaffin ist. Die Entwicklung auf dem Kommunikationsmarkt wird somit regelrecht zur Generationenfrage.

Der Verband Bitkom jedenfalls hat aus der Umfrage seine ganz eigenen Schlüsse gezogen: Die Schulen sollten zum einen besser ausgestattet werden. Zudem könnten Schulbücher durch E-books ergänzt werden. Auch sollten alternative Unterrichtsformen wie Gruppenarbeit vermehrt genutzt werden.

Ob diese geforderten Maßnahmen jedoch alle sinnvoll sind, bleibt dahingestellt. Eines jedenfalls könnte durch die häufigere Nutzung und Einbeziehung erreicht werden: den Jugendlichen wertvolle Tipps an die Hand zu geben, wie sie sich etwa in sozialen Netzwerken verhalten sollen.


 
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