kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

Obama setzt auf Blackberry: Sicherheitsrisiko Handy

VON REINHARD KOWALEWSKY - zuletzt aktualisiert: 06.08.2010 - 10:56

Düsseldorf (RP). Bundesregierung und Europäische Kommission raten Mitarbeitern vom Gebrauch des Blackberry ab. Auch das iPhone gilt nicht als sicher. Wie Firmen und Privatkunden trotzdem sicher kommunizieren können.

US-Präsident Barack Obama hat bei seinem Amtsantritt durchgesetzt, dass er sein internetfähiges Blackberry behalten darf. Das Unternehmen steht nun wegen des Übertragungsweges der Daten in der Kritik.  Foto: Grafik: AP/Jenny Möllmann
US-Präsident Barack Obama hat bei seinem Amtsantritt durchgesetzt, dass er sein internetfähiges Blackberry behalten darf. Das Unternehmen steht nun wegen des Übertragungsweges der Daten in der Kritik. Foto: Grafik: AP/Jenny Möllmann

So widersprüchlich kann die Welt rund um die Kulthandys sein: Aktuell drohen Indien, Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate damit, den Betrieb der mobilen E-Mail-Maschine Blackberry in ihren Ländern zu verbieten – auch weil ihre Sicherheitsbehörden es nicht hinnehmen wollen, dass Terroristen damit abhörsicher kommunizieren.

Gleichzeitig verkündet aber die Bundesregierung, dass ihre Mitarbeiter ebenso wie die 32.000 EU-Mitarbeiter den Blackberry besser nicht mehr nutzen sollten. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) halte die Geräte ebenso wie Apples iPhone nicht für sicher. Empfehlenswert sei nur das von der Telekom entwickelte Simko 2, von dem die Bundesregierung 4000 Stück bestellt hat.

Im vertraulichen Gespräch mit Telekom-Managern erfährt man auch, welche Abneigung die Bundesregierung gegen den Blackberry hat: "Alle Daten laufen über Server in Kanada oder Großbritannien. Und da keiner weiß, ob der amerikanische Geheimdienst oder auch die Briten dort die E-Mails heimlich lesen, will Berlin vorsichtig sein."

Mit der Entscheidung des Staates gewinnt das Thema Datensicherheit auf dem Handy, aber auch bei normalem E-Mail-Verkehr, neue Brisanz. Weit mehr als zwei Millionen Deutsche kommunizieren per Blackberry – meistens auf vom Arbeitgeber gestellten Geräten. Rund zwei Millionen Deutsche haben bereits ein iPhone gekauft und rufen damit E-Mails ab – zumindest bei der Telekom als Vertriebspartner des iPhone in Deutschland wird seine Sicherheit widersprüchlich beurteilt: Offiziell lobt der Konzern das Gerät ebenso wie die Europäische Union. Inoffiziell erzählte ein Telekom-Manager, sensible Informationen würden sicherheitshalber doch nur mit normaler Mail oder mit dem Blackberry versendet – die ausgetüftelte Verschlüsselung von Mails über das Blackberry-System ist der Grund.

Vorbild Bayer Damit ist klar, dass sowohl Unternehmen als auch Privatkunden ihre mobil genutzten Mails schützen sollten. Wie man es richtig macht, zeigt der Bayer-Konzern, wo Tausende Mitarbeiter ebenso wie bei vielen anderen Konzernen mit Blackberrys ausgerüstet werden. Bei den Leverkusenern verschlüsselt ein konzerneigener Server erst einmal alle E-Mails, bevor sie auf die Blackberry-Rechner weitergeleitet werden. Entschlüsselt mit einem speziellen Code werden die Nachrichten dann erst auf dem Gerät – Hacker haben es nicht einfach, obwohl Zugriffe von Geheimdiensten nicht ausgeschlossen werden können. Die Blackberry-Firma RIM (Research in Motion) erklärt allerdings immer wieder, kein Sicherheitsdienst der Welt habe Zugriff auf verarbeitete Daten.

Zumindest die Freunde und Bekannten von US-Präsident Barack Obama scheinen den Beteuerungen nicht zu glauben: Obama hatte zwar zum Amtsantritt durchgesetzt, seinen Blackberry weiter nutzen zu dürfen, doch sensible Informationen bekommt er nur selten, witzelt er: "Niemand traut sich mehr, mir echt heiße Geschichten zu schicken."

Privatkunden Auch private Nutzer können ihre mobilen E-Mails verschlüsseln – kostenlose Software dafür ist für einige der wichtigsten Handy-Betriebssysteme wie Windows Mobile und Android erhältlich. Im Web-Lexikon Wikipedia wird unter dem Stichwort "GNU Privacy Guard" erklärt, wie man vorgeht. Vereinfacht gesagt, brauchen Sender und Empfänger zwei Schlüssel, mit denen sie Nachrichten kodieren und dekodieren.

Risikokalkül Gleichzeitig muss man konstatieren, dass bei E-Mails das Knacken durch Dritte für Privatkunden ein kleines Risiko ist. Es sind bisher keine größeren Vorfälle bekannt, bei denen Hacker per Funk-Abgriff E-Mails von privaten Fremden knackten. Größtes Risiko ist dagegen erst einmal, dass ein Handy oder ein Laptop unterwegs vergessen oder gestohlen wird – auf einigen Handys lässt sich darum die Funktion der Fernabschaltung wählen: Dann kann der Inhaber sein Gerät sperren.

Beweismittel  E-Mail Noch wichtiger ist aber, auf den Inhalt von Mails selbst zu achten. E-Post, egal ob per Handy oder Festnetz versandt, wendet sich bei immer mehr Auseinandersetzungen gegen den Verfasser der E-Mail selbst: Beim Verdacht der Steuerhinterziehung werden bei Hausdurchsuchungen immer alle E-Mails gesichtet. Zu viele private E-Mails während der Arbeitszeit können eine Kündigung rechtfertigen – das könnten auch mobile E-Mails sein. Ehefrauen erfahren die Existenz einer Geliebten oft durch SMS-Kontrolle. Und falls Moderator Jörg Kachelmann tatsächlich wegen Vergewaltigung verurteilt würde, könnten E-Mails eine Rolle spielen: Er scheint sadistische Neigungen seiner Freundin per E-Mail berichtet zu haben und sie auch auf diesem Weg belogen zu haben. Beides ist nicht strafbar. Aber das Vorlesen der E-Mails vor Gericht könnte seine Glaubwürdigkeit und sein Ansehen massiv schädigen – schlecht, um sich zu verteidigen.

Quelle: RP

 
weitere Artikel
 
Links zu diesem Artikel
 

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Die Twitter-Bilanz der Minister

Von Altmaier bis Rösler

Die Twitter-Bilanz der Minister

Es gibt einige Twitter-Experten unter den Bundesministern. Bei manchen fällt die Bilanz allerdings mau aus. mehr 

BKA warnt vor gefälschten Mails

Schadsoftware im Anhang

BKA warnt vor gefälschten Mails

Das Bundeskriminalamt warnt vor gefälschten E-Mails mit Schadsoftware im Gepäck. Im Betreff nennen die Urheber ausgerechnet das BKA. mehr 

mehr Digitales
Aus der Region

Von Altmaier bis Rösler

Die Twitter-Bilanz der Minister

Schadsoftware im Anhang

BKA warnt vor gefälschten Mails

Neue Ausgabe

EM-Fieber bei RP Plus

Von 10 Cent auf 1,95 Euro

Gema erhöht Speicher-Abgabe deutlich

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Video

Gefangen im Monster-Stau von Peking

In Chinas Hauptstadt gibt es nicht nur viele Menschen, sondern auch ziemlich viele Autos. Kein Wunder also, dass es dort immer wieder zu ... mehr 

Mehr Digitales

Smartphone-Apps

Stiftung Warentest warnt vor Sicherheitslücken

Sie übertragen unverschlüsselt persönliche Daten und spähen ungefragt Adressbücher aus: Etliche beliebte Smartphone-Apps haben nach einer Untersuchung der Stiftung Warentest teils gravierende Datenschutz- und Sicherheitslücken. mehr

 

Steigender Absatz vor der EM

Zahl der Fernseher in deutschen Haushalten steigt

Unter deutschen Dächern stehen immer mehr Fernsehgeräte. Lag der Durchschnitt 2005 noch bei 1,4 Fernsehern pro Haushalt, sind es laut Branchenverband ZVEI inzwischen 2,2. In den nächsten Monaten steigt der Absatz demnach weiter. mehr

 

Eugene Polley stirbt mit 96 Jahren

Vater der Fernbedienung ist tot

 

Von Altmaier bis Rösler

Die Twitter-Bilanz der Minister

 

Schadsoftware im Anhang

BKA warnt vor gefälschten Mails

 

Neue Ausgabe

EM-Fieber bei RP Plus

Kim Kardashian twittert gegen Langeweile
Kim Kardashian twittert gegen Langeweile
Sonnebrand! Die in Hollywood vor allem durch Rote-Teppich-Auftritte be .. mehr 
 
Kim Kardashian twittert gegen Langeweile
Kim Kardashian twittert gegen Langeweile
Sonnebrand! Die in Hollywood vor allem durch Rote-Teppich-Auftritte be ..
mehr 
2004 bis 2012: Chronologie des Facebook-Aufstiegs
2004 bis 2012: Chronologie des Facebook-Aufstiegs
In rund acht Jahren hat Facebook es von einem Studenten-Projekt zum Mi ..
mehr 
So sieht es im Facebook-Hauptquartier aus
So sieht es im Facebook-Hauptquartier aus
So sieht es im Facebook-Hauptquartier aus
mehr 
Rollenspielfieber - Neue PC-Spiele von "Risen" bis "Diablo"
Rollenspielfieber - Neue PC-Spiele von "Risen" bis "Diablo"
Rollenspielfieber - Neue PC-Spiele von "Risen" bis "Diablo"
mehr 
Anzeige:
Top-Services