EU-Vertreter einigten sich: SMS aus dem Ausland sollen billiger werden
zuletzt aktualisiert: 24.03.2009 - 19:30Straßburg (RPO). Das Versenden von Textnachrichten (SMS) aus dem Ausland soll billiger werden. Statt bis zu 80 Cent sollen Bürger in der EU ab Juli höchstens noch elf Cent pro SMS plus Mehrwertsteuer zahlen müssen, teilte das Europäische Parlament am Dienstag in Straßburg mit. Für deutsche Urlauber und Geschäftsreisende gälte dann ein SMS-Preis von 13,1 Cent.
Diesen Kompromiss über die gesetzlichen Obergrenzen für das sogenannte Roaming erzielten Vertreter des Parlaments mit Vertretern der EU-Mitgliedsstaaten. Neue Maximalpreise sollen auch für Handytelefonate sowie für das Internetsurfen oder für das E-Mail-Versenden per Handy im Ausland gelten.
Bereits beschlossen ist, dass die Obergrenzen für abgehende Telefonate deutscher Handykunden in diesem Sommer auf 51,2 Cent inklusive Mehrwertsteuer sinken. Ankommende Anrufe sollen dann maximal 22,6 Cent kosten dürfen. Nach der neuen Einigung sollen diese Obergrenzen ein Jahr später auf 46,4 und 17,9 Cent, im Juli 2011 nochmals auf 41,7 und 13,1 Cent sinken. Neu ist außerdem die Pflicht zur sekundengenauen Abrechnung der Gespräche nach den ersten 30 Sekunden.
Für das Surfen im Internet oder das E-Mail-Versenden per Handy im Ausland sollen laut Europäischem Parlament ab Juli ebenfalls neue Obergrenzen gelten. Vorgaben gibt es demnach aber zunächst nur für die Großhandelspreise - also die Kosten, die etwa ein spanischer Netzbetreiber dem deutschen Mobilfunkanbieter eines Reisenden beim Datenroaming in Rechnung stellt. Die Großhandelspreise sollen hier ab Juli auf höchstens einen Euro pro Megabyte (MB) übertragener Daten fallen.
Zudem soll es eine Option geben, mit der sich Verbraucher ab März 2010 vor "Rechnungs-Schocks" schützen könnten. Danach könnten sie ihrem Anbieter ein Limit vorgeben, nach dessen Erreichen die Roamingverbindungen getrennt würden.
Die neue Verordnung soll nur bis 2012 gelten. Danach soll der Wettbewerb dafür sorgen, dass die Preise niedrig bleiben. Ministerrat und Parlamentsplenum müssen der Neuregelung noch zustimmen. "Ich erwarte nun einen gesunden Wettbewerb um attraktive Endkundenpreise", erklärte die Vorsitzende des Parlamentsausschusses für Industrie, Energie und Forschung, Angelika Niebler (CSU).
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