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Digitalisierung: Software holt das Beste aus Scannern heraus

zuletzt aktualisiert: 06.02.2006 - 13:21

Kiel/München (rpo). Wer einen Scanner kauft, sollte gleichzeitig über eine weitere Investition nachdenken: Spezieller Scanner-Software holt das beste aus dem Gerät heraus - egal, ob Texte oder Fotos eingescannt werden sollen.

Wie man tolle  Foto: GETTY IMAGES NORTH AMERICA, AFP
Wie man tolle Foto: GETTY IMAGES NORTH AMERICA, AFP

Als Messlatte für Scansoftware gelten unter Fotografen die Silverfast-Programme von Lasersoft in Kiel. Stehen nicht Fotos im Vordergrund der Scannerarbeit, sondern das Digitalisieren von Texten streiten sich zwei Programme um die Krone: Der Fine Reader 8.0 von ABBYY und OmniPage 15 vom Hersteller Nuance.

Beide Programme sind den Herstellern mit Deutschlandsitz München zufolge inzwischen weit mehr als OCR-Software zur Texterkennung (Optical Character Recognition).

Im Vergleich zu den Vorgängerversionen, die häufig als abgespeckte Versionen zusammen mit Scannern verkauft werden, zeigen sie sich deutlich verbessert: "Die aktuellen Programme sind viel besser in der Lage, komplexe Formate zu erkennen", sagt Markus Birke von ABBYY. "Der Finereader 8.0 kann beispielsweise Bilder von Texten auch bei schlechten Vorlagen unterscheiden und auch bei dunklen Faxen Hintergrund und Schrift trennen." Gleiches gilt für OmniPage 15.

Erstellen von PDF-Dateien

Eine weitere Stärke der beiden Programme ist das Umwandeln von Office-Dateien und das Erstellen von PDF-Dateien aus beliebigen Vorlagen.

Aus Faxen, Buchseiten und Verträgen lassen sich PDF-Dateien erstellen, die bearbeitet werden können. Der Finereader 8.0 kostet als Professional Edition im Download ab 139 Euro, OmniPage-15-Nutzer sind mit 129 Euro dabei. Die Professional-Version kostet 499 Euro.

Die Texterkennung der beiden OCR-Programme ist inzwischen so gut, dass die Anschaffung auch für Digitalfotografen interessant ist: Omnipage 15 und Finereader 8.0 erkennen auch zuverlässig Texte in einer Bilddatei im JPEG-Format: Es reicht, die Seiten eines Buches ohne perspektivische Verzerrung abzufotografieren - und fertig ist die Word-Datei. Ein Scanner ist dazu nicht mehr notwendig. Und OmniPage Professional liest gescannte Texte auch gleich vor.

Software häufig entscheidend

Sollen statt Texten Fotos digitalisiert werden kommt es auf das Zusammenspiel von Hard- und Software an: Den meisten Filmscannern liegen zwar Programme bei. Den höchsten Ansprüchen in puncto Farbtreue und Bildbearbeitung werden sie aber nicht gerecht. Vielmehr liefert ein günstiger Scanner in Verbindung mit sehr guter Scansoftware unter Umständen bessere Scans als ein teureres Gerät mit weniger leistungsfähiger Software.

"Eine professionelle Scansoftware wie Silverfast bietet nicht nur mehr Einstellmöglichkeiten beim Scannen. Sie holt auch dank der IT-8 Farbkalibrierung und besserer Bildverarbeitungsalgorithmen bessere, echtere Farben und mehr Farbtöne aus den Vorlagen heraus", sagt Patrick Wagner vom Hersteller Lasersoft in Kiel. Ein Silverfast-Programm für alle Scanner gibt es nicht, sondern Versionen für verschiedene Geräte.

Die Programme der Silverfast-Familie bieten verschiedene Möglichkeiten zur Bildoptimierung und Farbbearbeitung. Farbtöne und Farbintensität der mit geringer Auflösung gescannten Vorschau (Prescan) lassen sich in Echtzeit mit Hilfe von Gradationskurven und Histogrammen steuern. Noch vor dem eigentlichen – zeitintensivem – Scannen der Vorlage sieht der Nutzer das genaue Ergebnis.

Selektive Farbkorrektur

Über die selektive Farbkorrektur können einzelne Bildbereiche beim Scannen verbessert werden. Zu den weiteren Funktionen zählen die Farbwiederherstellung bei Farbstichen sowie eine automatische Staub- und Kratzerentfernung. Ein Assistent namens Scan Pilot führt Einsteiger Schritt für Schritt durch den Scanprozess.

Mit Silverfast ist es auch möglich, Fotos mit einer Datentiefe von 48 Bit zu scannen. Auf diese Weise lassen sich laut Hersteller Vorlagen wie Dias, die sehr viele Helligkeitsabstufungen zwischen dem hellsten und dem dunkelsten Bildpunkt haben, mit dem vollen Dynamikumfang scannen. Diese hoch aufgelösten HDR-Rohdaten im TIFF-Format können quasi als digitales Original archiviert werden.

Die Silverfast-Produktfamilie reicht von der Einsteigerversion SE über die Profiausgaben wie Silverfast Ai, HDR und DCPro zu den so genannten Expertenprogrammen mit den Wort Studio im Namen.

Silverfast SE kostet je nach unterstütztem Scanner ab 49 US-Dollar (rund 40 Euro), die SE-Plus-Version ab 74 US-Dollar (rund 60 Euro). Die Ai-Version mit IT-8-Farbkalibrierung zum Feinjustieren des Scanners wird zu Preisen ab rund 240 Euro angeboten.

Quelle: gms

 
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