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Test
Libratone Q Adapt - Kopfhörer mit Google Assistent

Libratone Q Adapt - Bluetooth-Kopfhörer für Google
Libratone Q Adapt - Bluetooth-Kopfhörer für Google FOTO: Christoph Schroeter
Düsseldorf. Libratone hat seinen Bluetooth-Kopfhörer Q Adapt nun auch in einer "Made for Google"-Version herausgebracht. Damit hat man den Google Assistenten direkt auf den Ohren sitzen. Unser Test. Von Christoph Schroeter

Nimmt man den Q Adapt aus seiner ungewöhnlichen, runden Verpackung, hinterlässt er direkt einen guten Eindruck. Das skandinavisch-schlichte Design gefällt auf Anhieb, die verwendeten Materialien machen einen wertigen Eindruck.

Der Kopfhörerbügel ist aus einem matten Metall, das Bügelpolster ist mit schwarzem Stoff ummantelt, die Ohrpolster mit schwarzem, sehr weichem Leder. Nur bei den Ohrmuscheln kommt Kunststoff zum Einsatz. Ein unschönes Detail: An den beweglichen Stellen des Metallbügels sind auf beiden Seiten scharfe Kanten zurückgeblieben. Das trübt das Gesamtbild etwas.

An den Muscheln sitzen der Ein-/Ausschalter (links) und Eingänge zum Laden und für ein Miniklinkenkabel sowie der Schalter für das Noise Cancelling (rechts). Beigelegt sind zwei textilummantelte Kabel, ein Klinken- und ein Micro-USB-Ladekabel. Ein Netzteil zum Laden fehlt.

Beolit 17 von B&O - raumfüllende Bluetoothbox FOTO: Christoph Schroeter

Weil der Bügel stufenlos verstellbar ist, lässt sich der Q Adapt perfekt für jede Kopfgröße einstellen. Sitzt er auf den Ohren, übet er einen recht ordentlich Druck aus. Nach etwa einer halben Stunde mussten wir den Hörer im Test kurz vom Kopf nehmen, um den Ohren eine kurze Entspannung zu gönnen. Andererseits: Säße der Hörer zu locker, würde er vom Kopf rutschen.

Schnelles Koppeln mit dem Pixel 2

Der Libratone Q Adapt trägt als eines der ersten Geräte überhaupt den Zusatz "Made for Google". Bedeutet, dass die Kopfhörer spezielle Vorgaben von Google erfüllen, damit sie sich besonders gut mit den neuen Pixel-2-Geräten verstehen. Sie lassen sich aber auch mit anderen Android-Geräten und auch iPhones nutzen.

Einer der Vorteile ist das schnelle und unkomplizierte "Fast Pairing" der Q Adapts mit dem Pixel 2 (XL). Die Kopfhörer müssen bei der ersten Verbindungsaufnahme nicht lange in den Einstellungen gesucht werden, vielmehr bekommt man sofort eine Benachrichtigung auf dem Smartphone. Darauf muss einmal getippt werden und schon sind die Geräte verbunden. Die "Fast Pair"-Funktion steht laut Google bei Geräten ab Android 6 Marshmallow zur Verfügung.

Seit Android Oreo 8.1 bekommt man in den Schnelleinstellungen in der Benachrichtigungsleiste nun auch den Akkustand des gekoppelten Gerätes angezeigt. Das ist zwar nicht ganz so sexy, wie Apple das auf dem iPhone mit den AirPods gelöst hat, aber doch sehr praktisch.

Gadgets - diese Technik-Neuheiten will man haben FOTO: dpa, av tsn

Bei der ersten Verbindungsaufnahme wird einem angeboten, die Libratone-App zu installieren. Dort gibt es ein paar weitere Einstellungsmöglichkeiten. So lassen sich Klangprofile auswählen und der Grad der "City Mix" genannten Lärmunterdrückung kann in vier Stufen eingestellt werden. Letzteres funktioniert auch ohne App über den kleinen Knopf an der Unterseite der rechten Ohrmuschel. Diese vierfache Einstellmöglichkeit für das Noise Cancelling hebt den Libratone von der Konkurrenz ab. Dort lässt sich meist nur zwischen "An" oder "Aus" wählen.

Hörmuschel für Fingerfertige

Das Äußere der rechten Hörmuschel ist gleichzeitig ein Touch-Feld, mit dem die wichtigsten Funktionen  bedient werden können: Tippt man mit zwei Fingern darauf, stoppt die Musik oder läuft weiter, ein Doppel-Tipp lässt zum nächsten Titel springen und beendet beim Telefonieren das Gespräch. Deckt man die Hörmuschel mit der Hand ab, wird die Musik gestoppt und die Rauschunterdrückung deaktiviert, so dass man seine Umgebung hören kann. Fährt man mit einem Finger kreisförmig über die Muschel, lässt sich die Lautstärke regeln.

Ein knapp zwei Sekunden langer Druck mit einem Finger auf die Muschel startet den Google Assistenten. Man kann ihm eine Frage stellen oder etwa das Licht im Zimmer dimmen lassen. Kleines Manko: Über die Google-Stimme kann man ohnehin geteilter Meinung sein, im Kopfhörer klingt sie zudem recht blechern.

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Die Bedienung über das Touchfeld fordert ein wenig Übung. Zum einen muss das Feld richtig getroffen werden, um den gewünschten Befehl auszuführen. Zudem reagierte der Q Adapt bei uns im Test nicht so gut, wenn man ihn nur mit den Fingerspitzen berührte. Traf man das Touchfeld jedoch großflächiger mit dem ganzen oberen Fingerglied, klappte die Bedienung deutlich besser, wenn auch nicht immer perfekt.

Dafür bringt der Q Adapt noch zwei nette Gimmicks mit: Der Kopfhörer lässt sich mit einem weiteren Bluetooth-Gerät von Libratone koppeln, so können zwei Leute gleichzeitig Musik hören. Außerdem sorgt die "Wear Detect"-Funktion, dass die Musik stoppt, sobald man den Kopfhörer absetzt und weiterspielt, wenn man den Hörer wieder auf den Ohren hat.

Der Sound des Libratone kann sich hören lassen, ordentliche Bässe, saubere Höhen. Mit "Extra Bass" oder "Verstärkte Höhen" lassen sich zwei weitere Soundprofile auswählen. 

Fazit:

Der Libratone Q Adapt sieht mit seinem zurückgenommenen Design wirklich gut aus. Der eingebaute Google Assistant ist eine feine Sache, wenn man zu denen gehört, die sich mit ihrem Smartphone unterhalten (es gibt ihn übrigens auch in einer "Made for iPhone"-Variante). Was den Sitz des Kopfhörers angeht, einfach vor dem Kauf im Geschäft ausprobieren oder bestellen und im Zweifel zurückschicken. Der Tragekomfort ist natürlich von der Kopfform und -größe abhängig.

Im Test hielt der Akku ungefähr die angegebenen 20 Stunden durch. Das ist okay, aber nicht überragend. Überragend ist dafür der Preis, der liegt mit 249 Euro ganz schön weit oben. Wer jedoch bereit ist, für Bluetooth-Kopfhörer so viel Geld auszugeben, trifft mit den Q Adapt eine gute Wahl.

 
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