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Testbericht
Toniebox - Hörspiel-Würfel mit Ohren

Toniebox - so richtet man den Hörspielwürfel ein
Toniebox - so richtet man den Hörspielwürfel ein FOTO: Christoph Schroeter
Düsseldorf. Hörspiele stehen besonders bei kleinen Kindern hoch im Kurs. Jetzt gibt es mit der Toniebox ein neues Abspielgerät, das die Kleinen nicht nur problemlos bedienen können, auch zerkratze CDs und abgebrochene Playerschubladen gehören damit der Vergangenheit an. Wir haben die Toniebox getestet. Von Christoph Schroeter

Lustig sieht sie aus, die Toniebox. Ein roter, weich gepolsterter Würfel, oben schauen zwei graue Öhrchen heraus, an einer Seite sind ein paar Löcher zu sehen, der Lautsprecher. Das war's. Kein Knopf, kein Display, nichts. Sehr ungewöhnlich in der heutigen Zeit, wo man doch sonst an allen Geräten drücken, wischen, klicken kann. Erdacht wurde sie von dem Düsseldorfer Unternehmen Boxine GmbH.

Im Karton finden sich neben der Box eine runde Ladestation, das Steckerteil und ein kleiner Plastiklöwe. Ist alles ausgepackt, muss die Toniebox eingerichtet werden. 

Die Installation geht schnell über die Bühne: Auf der Website ein Benutzerkonto anlegen, die Box registrieren, mit dem heimischen WLAN verbinden - fertig. Keine zehn Minuten hat das gedauert, auch technisch unerfahrene Mamas oder Papas werden gut durch den Vorgang geführt.

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400-Stunden-Speicherkapazität

Dann darf die Versuchsperson an das Gerät, die neunjährige Tochter des Autors. Sie ist sofort begeistert. Streng genommen ist sie aber von jedem neuen technischen Gerät erst einmal begeistert.

Anders als bei vielen anderen Testgeräten, die sie schon einmal in die Finger bekommt, ist hier recht wenig zu tun. Einfach den Plastiklöwen nehmen und oben auf die Toniebox setzen. Das normalerweise grüne Licht auf der Plattform fängt an, blau zu blinken - das bedeutet, die Box verbindet sich mit dem WLAN und lädt die Geschichte aus dem Netz herunter.

Danach wird das WLAN übrigens nicht mehr benötigt, die Geschichte ist dauerhaft in der Box gespeichert und kann überall offline angehört werden. Gelöscht werden Geschichten entweder händisch oder automatisch, wenn die 400-Stunden-Speicherkapazität der Box erreicht ist.

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Nach wenigen Augenblicken ist der Download erledigt und das Hörspiel "Die Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte" beginnt. Einfacher geht's kaum. Jetzt kommen auch die beiden Ohren ins Spiel: Drückt man das kleinere, wird der Ton leiser, lauter wird es mit dem größeren.

Toniebox produziert keinen Hifi-Ton

Und da kommt auch direkt Kritik der Testerin, der Ton höre sich "irgendwie komisch an, ein bisschen schräpig". Zugegeben, Hifi-Sound produziert die Toniebox nicht. Aber das ist für Kindergeschichten und -hörspiele auch nicht wirklich notwendig. Dreht man die Lautstärke nicht ganz auf, ist auch der Klang okay.

Nach diesem Einwurf erlahmt das Interesse unserer Testerin an der Box rapide. Die Geschichte vom Löwen mit Lese- und Rechtschreibschwäche ist nichts für Neunjährige, zumal sie das Buch vor Jahren schon zigmal vorgelesen bekommen hat. Auch die zweite zum Test mitgelieferte Figur - diese heißen übrigens Tonies -, die "Sendung mit der Maus"-Maus mit "(M)auserlesene Lieder", richtet sich offiziell an Kinder ab drei Jahre.

Als dann aber der dritte Test-Tonie auf dem Tisch steht, ist sie wieder Feuer und Flamme. Dabei handelt es sich um einen Kreativ-Tonie. Der ist unbespielt und kann mit eigenen Inhalten gefüllt werden. Bis zu 90 Minuten speichert die Figur. Was die Kreativ-Tonies besonders spannend macht: Die Inhalte werden nicht direkt über die Toniebox aufgenommen, sondern über eine Smartphone-App.

Somit kann theoretisch von überall auf der Welt etwas auf den Tonie überspielt werden. Seien es Oma und Opa, die ihrem Enkel regelmäßig einen Gute-Nacht-Gruß schicken möchten, Mama oder Papa auf Geschäftsreise, die so das abendliche Vorlesen auch aus der Ferne übernehmen können oder bei etwas älteren Kindern ein Freund oder eine Freundin, die eine Botschaft übermitteln möchte.

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Wer nicht selber sprechen möchte, kann via Browser über das eigene Tonie-Konto auch MP3-Dateien auf die Figur laden.

Tonie-Figuren teurer als eine CD oder MP3-Download

Ein paar technische Probleme dürfen nicht unerwähnt bleiben. Am zweiten Tag hatte sich die Toniebox aufgehangen, nichts ging mehr. Die einzigen Lebenszeichen waren das grüne Licht auf der Plattform und die Bestätigungstöne, wenn man die Ohren drückt. Der Hinweis zum Neustart funktionierte ebenso wenig wie der Versuch, die Box komplett zurückzusetzen. Erst als der Akku leer und die Box wieder aufgeladen war, meldete sie sich zurück.

Doch dann konnte man nicht mehr vor- und zurückspulen. Dazu muss eigentlich leicht rechts oder links auf die Seite der Box geschlagen werden. Das funktionierte erst wieder nach einem Neustart. Seitdem läuft die Box aber fehlerfrei.

Wie teuer ist der Spaß? Die Toniebox kostet 79 Euro, die einzelnen Tonies zwischen 12 Euro und 15 Euro. Für die Box ist der Preis okay, die Hörspiele sind aber schon deutlich teurer als etwa eine CD oder ein MP3-Download.

Fazit

Für kleine Kinder ist die Toniebox eine tolle Sache. Bei der Bedienung kann kaum etwas falsch gemacht werden. Tonie aufsetzen, Geschichte anhören. Wird die Figur zwischenzeitlich heruntergenommen, pausiert die Geschichte, startet wieder an derselben Stelle - es sei denn, man hat zwischenzeitlich einen anderen Tonie auf die Box gestellt.

Eltern dürften von der Box auch begeistert sein. Hier zerkratzt keine CD. Kein Laufwerk im Abspielgerät gibt den Geist auf und auch keine Schublade bricht ab. Dank Kopfhöreranschluss ist die Box auch im Kinderwagen oder Auto einsetzbar.

Aktuell gibt es 19 Tonies, darunter Benjamin Blümchen, Die Olchis, Bibi Blocksberg, Das Sams, Conni, Der Kleine Drache Kokosnuss oder Janosch. Bis Weihnachten, verspricht der Hersteller, sollen es dann 30 verschiedene Geschichten sein.

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